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Die Subjektivität der Astrologie
 
 
der individualistische Löwe

 

Eine Subjektivität der Astrologie besteht in dreifacher Hinsicht:

Zum einen macht die Astrologie die sog. "Kopernikanische Wende" nicht mit. Sie vertritt nach wie vor ein geozentrisches Weltbild, d.h. einen erfahrungsorientierten Standpunkt. Aus dieser Sicht geht die Sonne immer noch auf und unter, und der Himmel dreht sich täglich um die Erde.
Astrologie bezieht sich vor allem auf die Innenansicht der Dinge, auf die innere Wirklichkeit (so wie wir die Welt erleben) - nicht so sehr auf eine äußerlich greifbare, mit naturwissenschaftlichen Instrumenten gemessene "Realität". Insofern sind die astrologischen Symbole subjektbezogen; sie beschreiben zuvorderst, wie eine Person sich und ihre Welt erfährt, wie sie für sich denkt und fühlt, und nur indirekt, wie jemand von außen wahrgenommen wird. Gerade astrologische Aussagen über Seelisch-Emotionales treffen deshalb erstaunlich oft zu!

Zum anderen wird Astrologie ausgeübt von individuell verschiedenen Subjekten, welche die Gestirnstände auf ihre persönliche Art und Weise bzw. mit ihrer jeweils eigenen Intuition interpretieren. Dabei spielen stets auch die Gegebenheiten der aktuellen Beratungs-Situation mit eine Rolle.
Astrologie kann also mit Fug und Recht eine "Wissenschaft von Subjekten für Subjekte" genannt werden.

Schließlich beruht die Astrologie auf mehr oder weniger willkürlich gesetzten Vorannahmen (Prinzipien). Doch gilt dies für jedes Weltbild oder Paradigma. Auch die Naturwissenschaften und die Religionen haben ihre eigenen (einseitigen bzw. jeweils fragwürdigen) Verständnis- und Wahrnehmungskategorien. Eine Objektivität an sich gibt es eh nicht. Jeder Mensch und jedes Denkmodell sieht die Welt durch seine eigene Brille; jeder fühlt und handelt gemäß seinen eigenen - in der Regel unbewussten - Voraussetzungen.

s. auch "Der subjektve und projektive Charakter der Astrologie"

 

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