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Fratze Gottes oder Glocken des Neuen Zeitalters? |
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| Es gibt unterschiedliche Wege, sich der jetzigen*
Konjunktion zu nähern, ihre mögliche Aussage zu ergründen.
Man kann die historischen Vorläufer, d.h. den Kontext früherer
Konjunktionen, auch zu jenen Zeitpunkten geborene, herausragende Individuen
untersuchen, oder - nach klassischer, bewährter astrologischer Denkweise
- die von der Tradition überlieferten Planeten- und Zeichenanalogien
betrachten und kombinieren. HISTORISCHE VORLÄUFER (frühere Uranus-Neptun - Konstellationen)
Dem Sextil von 1966-68 (Uranus/ Jungfrau, Neptun/ Skorpion)
kann - wegen der zeitlichen Nähe zu heute, und da es die erste Verbindung
beider Planeten seit der großen Wassermannkonjunktion (aller klassischen
Planeten) des Februars 1962 ist - eine besondere Aussagekraft zugebilligt
werden: Die Konjunktionen erfolgen im Abstand von 171 Jahren regelmäßig zweimal nacheinander im selben Zeichen. Die nächsten beiden (um 2164 und 2336) werden im Wassermann stattfinden. Die jetzige ist die erste Konjunktion seit der "Entdeckung" Neptuns; d.h. dessen zu erwartende Wirkung ist stärker, sein Gewicht/ Beitrag dieses Mal voraussichtlich deutlicher. einige PERSÖNLICHKEITEN, welche zur Zeit der vorigen Konjunktion geboren wurden:
Trotz der zugegeben selektiven Auswahl können diese immerhin als typische bzw. exponierte Vertreter ihrer Zeit gelten (damit auch als "Träger" der Qualität Uranus-Neptuns); sie sind von herausragender Bedeutung für die folgende - z.T. gar nach ihnen benannte - Epoche. Charakterisierbar wären die aufgeführten Personen als keineswegs engstirnige, sondern weite Geister, als Pioniere, mit bahnbrechenden Entdeckungen/ Visionen über ihren räumlichen wie zeitlichen Horizont hinaus. PLANETEN- UND ZEICHENANALOGIEN Vorbemerkung: Uranus Auch die weltlichen Geschehnisse z.zt. der Entdeckung eines Planeten geben wichtige Hinweise, ermöglichen Rückschlüsse auf dessen Bedeutung. Aus den parallelen Zeitereignissen lassen sich relevante Aussagen ableiten über die Wirkung und Natur des entdeckten Planeten, zumindest über einige bedeutsame, mit ihm zusammenhängenden Kräfte. Zum Zeitpunkt der ENTDECKUNG von Uranus (1781) erkämpfte
sich mit den USA erstmals eine Kolonie die Unabhängigkeit vom Mutterland.
In dem neuen bundesstaatlichen Gebilde und in der Französischen Revolution
erlangten die allgemeinen Menschenrechte der europäischen Aufklärung
eine verfassungsmäßige Realisierung/ ihren ersten politischen
Durchbruch. Die ABSTRAKTE BEDEUTUNG von Uranus (wie sie sich auch aus
der Tradition von Wassermann und Haus Elf ergibt) lässt sich folgendermaßen
umreißen: INDIVIDUELL-PSYCHOLOGISCH wirkt Uranus als Drang nach Ungebundenheit
und Unabhängigkeit, d.h. möglichst nicht vereinnahmt zuwerden.
Im Wunsch nach Selbstbestimmung wird allergisch gegen Bedrängung
oder Bevormundung reagiert; es wird aufbegehrt gegen Autoritäten,
opponiert gegen Verharrung und Verkrustung. Uranus-betonten Personen ist
etwas Besonderes, Individuelles zu eigen, man kann sie in keine Schablone
pressen. In ihrer Bereitschaft für Abenteuer und Risiko ist niemand
gegen Überraschungen gefeit. POLITISCH-MUNDAN steht Uranus für gesellschaftliche
Umstrukturierung - für Zukunft und Fortschritt, für das Progressive,
Moderne, für Reformen, Neuerungen, für alles vermeintlich Unkonventionelle.
Er 'regiert' die heutigen Medien bzw. Techniken gerade in der Kommunikation
(Telefon, Funk, Satellit), Elektrizität und EDV bzw. Innovationen
generell. Zur Zeit der ENTDECKUNG Neptuns (1846) erwachte in Europa
zum einen die Schicht des Bürgertums - zum anderen der Nationalismus.
Dies führte einerseits zur Aufsplitterung des Kontinents (zu neuen
Nationalstaaten auf dem Balkan), andererseits zu ersten parlamentarischen
bzw. demokratischen Gehversuchen in Frankreich und Deutschland (1848,
Paulskirche). Das 19. Jahrhundert war das Jahrhundert der "Ismen":
des Darwinismus, des Marxismus (Kommunistisches Manifest 1848), des Anarchismus,
des Antisemitismus, des Kapitalismus, des Atheismus, aber auch des Spiritismus
("Startschuss" der Bewegung ebenfalls 1848). Zugleich begann
die materialistische Naturwissenschaft (u.a. die heutige Schulmedizin)
ihren Siegeszug. ABSTRAKT, als Prinzip, symbolisiert Neptun (bzw. Fische, das zwölfte Haus) die Auflösung des Gewordenen. Zugleich repräsentiert die letzte Stufe des astrologischen Entwicklungszyklus aber auch das grenzenlose Reich aller Möglichkeiten und Potenzen. Es ist dies die letzte Wirklichkeit, die Versammlung der wirkenden Urbilder ("Archetypen") - d.h. der latenten Keime bzw. versteckten Anfänge alles Neuen. Neptun symbolisiert das Jenseitige, Transzendente, das Unsichtbare, Metaphysische, Nichtmanifeste, das Unbegreiflich-Unfassliche ("Mysteriöses" wie das Nirwana), das Nicht-Kalkulierbare. Seine Energie wirkt subtil und geheimnisvoll (z.B. als sog. Zufall), chaotisch und archaisch. INDIVIDUELL/ PSYCHOLOGISCH ist Neptun ausgesprochen schillernd
und vieldeutig, schwer formulier- und greifbar, nicht kalkulierbar. Er
kann alles Mögliche sein, ist in jedem Fall aber irrational: als
Herr der Träume, Phantasien, Hoffnungen und Sehnsüchte, der
unerfüllbaren Wunschvorstellungen. Er symbolisiert alles Verklärte,
mit einem Zauber Behaftete, insbesondere auch Verzerrungen, etwa die Maya
der Verliebtheit. Er bedeutet Verschwommenheit, Unklarheit über sich
selbst (eine undeutliche Identität), die Entfremdung vom eigenen
Wesen. Sein "ir-realer" Charakter führt gern zur Desillusionierung,
zu herben, bitteren Enttäuschungen, sich etwas schmerzlich versagen
zu müssen. Er repräsentiert das (kollektive) Unbewusste, das
Verdrängte; er überflutet das Bewusstsein mit nicht integrierten,
schwer verdaulichen Inhalten. Er ist verantwortlich für Lähmungen
des Willens bzw. der Handlungsfähigkeit, für Schwächen
und Verwirrungen des Verstandes; er produziert Orientierungslosigkeit,
einen Verlust geistiger wie materieller Gewissheiten - dass nichts mehr
richtig funktioniert. Diese Symptome gehen u.U. einher mit Sucht, Rausch
und Betäubung. Man kann durch ihn in eine angstvolle Krise oder unabsehbare
Krankheit geraten, in ein Loch/ eine Leere fallen. Gerade bei Transiten
ist das subjektive Empfinden gähnender Abgründe nicht unüblich
- wobei sich die "höhere Oktave der Venus" keineswegs so
sanft verhält wie gern in der Literatur beschrieben: unter Neptun
kann ein enormes Grauen hochsteigen (wenn vorausgehende Hinweise des Schicksals
nicht beachtet wurden). MUNDAN wird Neptun bzw. Zwölf dem Gesundheitswesen
zugeordnet, zu Krankheiten (von Döbereiner zur Krebs-Krankheit),
zu Krankenhäusern, Sanatorien und zur damit verbundenen Fürsorge,
zum Humanitären überhaupt. Der zwölften astrologischen
Phase unterstehen alle Armen, Bedürftigen und Schwachen bzw. die
gesellschaftliche Randgruppen (Zwölf galt klassisch als "Haus
der Feinde"); außerdem die Elendsviertel, sozialen Krisen,
siechende Not, Hunger und Missstände, die sog. Dritte Welt. Uranus-Neptun ABSTRAKT ist dies die Kombination der letzten Phasen des astrologischen Zyklus. Beide Planeten verkörpern überpersönliche,"entsubjektivierte" Wahrheiten, repräsentieren die höchste, immaterielle Wirklichkeit, den jeweiligen "Anteil des Himmels" an einem geschaffenen Ding. Für Materielles und Seelisches bringt Uranus-Neptun nach Döbereiner einen "Schock verdrängter Wahrheit" ans Tageslicht. Dies bedeutet im Konkreten mancherlei Strudel und Wirren; bildhaft kann man sich die Kombination vorstellen als "Quirl", welcher alles vermeintlich unverrückbar Bestehende aufrührt und aufwirbelt; oder als die vom Sturm aufgepeitschten Wogen des Unbewussten... INDIVIDUELL-PSYCHOLOGISCH heißt Uranus-Neptun, gerade
als Transit, dass die Bezugspunkte der äußeren Welt verloren
gehen, dass jeglicher feste Halt schwindet; dass das Ich Riesenängste
aussteht vor seiner Überwältigung bzw. vor seinem Untergang.
Die individuelle Seele fürchtet sich vor Unbekannt-Drohendem, wird
evtl. gepackt von Panik und Verzweiflung, reagiert mit Schrecken, Verstörung
und Hilflosigkeit. Es ergibt sich ein "Karussel-Effekt": je
schneller sich das Rad (in Gestalt äußerer Ereignisse) dreht,
je höher das Drehmoment, desto dringlicher wird die Notwendigkeit,
in die eigene (innere) Mitte zu gelangen. So wird jedes Individuum auf
sich selbst zurückgeworfen, auf seine ureigene Kraft und Stärke. MUNDAN symbolisiert Uranus-Neptun weltweit sich überstürzende
(uns überrollende) Ereignisse, die jenseits des bisher Vorgestellten
liegen, die Vorhandenes auf den Kopf stellen, Verhältnisse umdrehen
bzw. umkrempeln - wobei die Ursachen von Geschehnissen stets nebelhaft
verschwommen bleiben, schleierhaft, uns im Unklaren belassen. SPIRITUELL gesehen bedeutete bisher jede Uranus-Neptun -
Konjunktion einen maßgeblichen Schritt in der menschlichen Bewusstseinsentwicklung,
eine neue Etappe im geistigen Wachstum, insbesondere im Hinblick auf die
Erkenntnis, dass Gott oder das Göttliche sich gerade auch in Mensch
und Natur befindet bzw. inkarniert ist. Steinbock (bzw. Saturn, das MC) ist ABSTRAKT definierbar als Struktur oder Form, als Rahmen, Formierung bzw. Einschränkung. Das Steinbock-Prinzip beschneidet übermäßiges Wachstum, korrigiert falsche Entwicklungen - was besonders der vierten und fünften Phase, d.h. dem Subjektiv-Lebendigen weh tut. Die zehnte Phase repräsentiert das Allgemeingültige und Wichtige, das Bedeutende schlechthin - sowie die jeweils individuelle Aufgabe und Bestimmung (das Dharma). An der Pforte zur letzten Wirklichkeit (dem vierten Quadranten) lässt der "Hüter der Schwelle" (Saturn) nur das Echte und Stimmige bestehen und passieren. Das zeitlos Wahre ist ihm dabei Richtschnur und Maßstab. Die zehnte Phase symbolisiert die Ordnung als solche, die Koordination oder das "Kreuz" von Zeit und Raum; sie befindet sich am Schnittpunkt der Zeit - zwischen derem qualitativem und quantitativem Aspekt. PSYCHOLOGISCH bedeutet Steinbock das Überich oder Gewissen (die innere Stimme bzw. Zensur), d.h. auch eine tendenzielle Unterdrückung, Disziplinierung und Kontrolle unerwünschter Regungen (von Bedürfnissen und Schwächen). Es droht die Gefahr einer Abtrennung von Wünschen (sich zu maßregeln/ erziehen); leicht entstehen Hemmungen, Verhärtungen, Blockaden und Komplexe. Einschränkungen, Härten und Verzicht mögen notwendig erscheinen, Anspannung, Stress, Nöte und Lasten das Leben schwer (d.h. einem zu schaffen) machen, zu bedrückender Angst (= Enge) führen. An einen gestellte Anforderungen sowie angestrebte Leistungen brauchen Zeit, Ausdauer und Geduld; sie bedürfen eines langsamen Vorgehens, Schritt für Schritt. Für langwierige, mühsame Prüfungen ist ein erheblicher Arbeitsaufwand zu erbringen - die Fähigkeit solches auszuhalten jedoch gegeben. Auftretende äußere Probleme, Widerstände und Hindernisse sollten ernst genommen werden. Sie wären als "Stoppschilder" zu verstehen, wollen den rechten Weg weisen. Saturn will schlicht eine Konzentration auf das Wesentliche/ wirklich Wichtige, er verlangt Klarheit und eindeutige Stellungnahme. Dazu gehört auch die ehrliche innere Bestandsaufnahme, das Bewusstwerden des eigenen Schattens (der dunklen Persönlichkeitsanteile) - als Voraussetzung und Grundlage persönlicher Reife. Diese befähigt dann dazu, auch äußere Pflichten und Verantwortung zu tragen - weil man sich auf sich verlassen kann, an und in sich einen stabilen Rückhalt gefunden hat. MUNDAN symbolisiert Steinbock die politische Ordnung: Staat, Recht und Gesetz (sowie deren Hüter, Polizei und Beamtentum); desweiteren den Gesetzgeber, d.h. das Parlament, in gewissem Sinne auch die den Staat lenkende Regierung, gerade den Kanzler mit seiner Richtlinienkompetenz. Steinbock/ Saturn steht für Überlieferung und Tradition, für gesellschaftliche Normen und Konventionen, für Sitten und Gebräuche, für den Moralkodex an Geboten und Verboten. Uranus im Steinbock (bzw. in 10, Uranus-Saturn) bedeutet ABSTRAKT eine Grenzsprengung; die Konstellation symbolisiert eine brüchige, sich wandelnde Form. Im Bild bröckeln/ stürzen morsche Mauern, es ergibt sich Ohrensausen oder ein "ohrenbetäubender" Knall (astromedizinisch zählen die Ohren zu Saturn). Stabilität, Sicherheit und Ordnung werden bedroht, Altes reibt sich mit Neuem, Konservativ-Bewahrendes mit Revolutionär-Fortschrittlichem, Freiheit prallt auf Notwendigkeit. Es spannt, zieht, "knirscht". Nach Döbereiner weist Saturn-Uranus auf eine Verbindung von eigentlich Unvereinbarem, auf einen Widerspruch zwischen Form und Inhalt, zwischen Innerem und Äußerem. PSYCHOLOGISCH geht es mit Saturn-Uranus um eine Infragestellung
eingefahrener Denk- und Handlungsgewohnheiten. Gerade ein Transit deutet
auf erforderliche Veränderungen des beruflichen, existenziellen und
beziehungsmäßigen Rahmens, auf eine einschneidende Richtungsänderung,
eine fällige Umorientierung/ Umstellung. Es gelte seine originalen,
ureigenen Maßstäbe oder Richtlinien zu finden und zu entwickeln! POLITISCH-GESELLSCHAFTLICH bedeutet Uranus im Steinbock eine angespannte, "knisternde", explosive Lage, Erneuerungs- und Umbruchsituationen; im engeren Sinne auch Gesetzesbrüche, Unfälle, Bombengefahr und Attentatsversuche. Zu erwarten sind Erschütterungen des Staatengefüges (innenpolitisch wie international) - kompensatorisch aber auch das krampfhafte bzw. beschwichtigende Klammern an überkommenen, zwischenzeitlich inhaltsleeren, hohlen Maximen und Strategien. Neptun im Steinbock (bzw. in 10, Neptun-Saturn) wäre ABSTRAKT eine Grenz-Auflösung oder auch die Ausgrenzung und Eindämmung alles Transzendenten, Mystisch-Okkulten. Die Stellung könnte sich als der Versuch erweisen, Phantastisch-Irrationales in die irdische Realität/ das Diesseits einzubauen, im Idealfall mit dem Resultat einer Klarheit über Schein und Sein. Döbereiner spricht bei Saturn-Neptun von der notwendigen "Trennung der Welten" bzw. von einem "Inseldasein" (auf der Insel dürfen die privaten Träume gelebt werden). Da das saturnine Gefäß die Fülle Neptuns nie fassen kann, bedeutet die Kombination in der Regel eine Aufweichung althergebrachter Strukturen (getreu dem Motto "steter Tropfen höhlt den Stein") - mit dem Ergebnis verschwommener Konturen, einem Verwischung der Unterschiede bzw. von Fäulnis und Zersetzung. PSYCHISCH besteht bei dieser Konstellation die Gefahr von
Sicherheits- und Kontrollverlust, einer Außerkraftsetzung der bewussten
Verhaltens-Steuerung, sprichwörtlich den Boden unter den Füßen
zu verlieren. Seines Unbewussten Herr zu werden ("Balken auf Wasser
zu bauen") ist ein nahezu aussichtsloses, in jedem Fall aber mühseliges
Unterfangen. Wahrscheinlicher ist psychische Inflation, vom Unterbewussten
überschwemmt zu werden, das Auftreten einer Realitätsverkennung
bzw. gewissen Nachlässigkeit im Alltag. Symptomatisch für Saturn-Neptun
wäre der Mangel an Maßstäben, sich unklar zu sein über
Richtig und Falsch, desweiteren Inkonsequenz, Haltlosigkeit und Disziplinschwäche
(eine Sache nicht bis zu ihrem Ende durchzuziehen). Schwer fällt
die Selbstabgrenzung: insbesondere wenn es einem Dritten schlecht geht,
bezieht man dies schnell auf sich - begleitet von Schuldgefühlen,
sich zuständig/ verantwortlich zu empfinden, grundsätzlich glauben
helfen zu müssen. GESELLSCHAFTLICH bringt Neptun im Steinbock politische Krisen und Wirren, die Gefahr von Chaos, Anarchie und Gesetzlosigkeit, einen drohenden Zerfall von Recht und Ordnung - allgemein einen schleichenden Niedergang bzw. Sittenverfall. Es kommt zu Skandalen, Intrigen und Demagogie, zur "schmutzigen Politik" und zu einer entsprechenden Politikverdrossenheit, zu steigender Kriminalität, Korruption (Mafia, "Staatsfeinde"), zu Arbeitslosigkeit und Schwarzarbeit, zur Drogenproblematik und zu Seuchen wie Aids. Saturn-Neptun steht für die Auflösung alter Ordnungsstrukturen, für das Hinwegschwemmen von Mauern, Barrieren und Grenzen durch eine Massen-Bewegung (vgl. den 9.11.1989, 18 h 57, Berlin). Es fallen hierunter aber auch die Ausgrenzung und Vertreibung von Fremden (sog. unerwünschten Personen), gesellschaftliche Außenseiter überhaupt, Sonderlinge, andere Existenzweisen bzw. alternative Lebensformen oder Subkulturen (die sich in die Nischen zurückziehen). Neptun im Steinbock "regiert" alle sozial Schwachen und Benachteiligten, die von der allgemeinen Wohlfahrt Ausgeschlossenen - mit den dazugehörigen karitativen Organisationen und Institutionen. Vordergründig angesagt ist bei der Konstellation eine sozialere Politik und Regierung; im Grunde jedoch geht es um die Eingliederung bzw. Anerkennung ideeller, höherer, wahrhaft christlicher Werte. Uranus-Neptun im Steinbock vereinigt ABSTRAKT alle drei Phasen des mundan Vierten Quadranten. Diesen nennt Döbereiner die "Causa Finalis", d.h. den letztendlichen Zweck, die Bestimmung, Bedeutung, Aufgabe und Zielrichtung eines Lebens bzw. einer Entwicklung. Im Vierten Quadranten findet sich Kosmisches, Überpersönliches, das die Person, das Individuum/ Subjekt Überschreitende; hier liegt das die Dinge Bestimmende, seinerseits aber nicht Bestimmbare. Enthalten sind darin drei Varianten des Schicksals; Neptun, Uranus und Saturn wirken als "Schicksalsregulative" auf die Planeten/ Phasen der anderen Quadranten ein, wenn diese sich nicht mehr bestimmungsgemäß entwickeln, nicht mehr im Einklang stehen mit den ihrem Wesen zugrunde liegenden Gesetzmäßigkeiten. Im Grunde klagt die Kombination Uranus-Neptun im Steinbock einen fundamentalen Richtungswechsel ein - und zwar auf allen Lebensgebieten. PSYCHOLOGISCH entspricht dieser Konstellation bzw. dem Vierten Quadranten das Selbst, die Mitte der Persönlichkeit. Hier geht es um Individuation und Bewusstseinserweiterung, um die Integration neuer, vormals unbewusster Inhalte und Dimensionen, um das Erreichen eines vertieften Selbstbewusstseins. Für das Individuum bedeuten die letzten drei Phasen oder Urprinzipien, dass das altgediente Schiff des Ichbewusstseins (die Nussschale existenzieller/ privater Verhältnisse) in gefährlicher Weise schlingert, trudelt, vom geplanten Kurs abzuweichen droht. Von außen betrachtet drehen dann etliche durch (in Psychose, Hysterie); aus der Sicht des Selbstes bzw. Himmels sind die dramatischen Prozesse, die furchtbaren Ereignisse jedoch nur äußerlich destruktiv. Denn alle zur Manifestation drängenden Inhalte des Unbewussten gebärden sich in ihrer Dynamik anfänglich stets aggressiv und gewalttätig, sind jedoch bloß vermeintlich böse und negativ. Im Verlauf eines Erwachsenwerdens ist (in einer pubertären Durchgangsstufe) die Trennung von Gewohntem, von alten Mustern und Komplexen unabdingbar, eine Zerstörung von Projektionen und Ego-Strukturen, eine Lösung und Befreiung von überkommenen Selbstkonzepten unausweichlich. Wie in einem schamanistischen Heilungs- bzw. Initiations-Prozess müssen das Ich, Gefühl und Verstand hinsichtlich transzendenter, übergeordneter Ziele neu ausgerichtet werden - wobei u.a. Werte wie Wahrhaftigkeit gefragt sind. "Widerstand gegen den psychophysischen Wandel, gegen das Abbröckeln der normalen Daseinskonstitution gehört seit jeher zum Verwandlungsablauf, die Abweisung des Neuen und Unbekannten ist dabei ein nur allzumenschliches Motiv. Dasein bedeutet Wandel; doch der Sprung von einer dreidimensionalen zu einer mehrdimensionalen Wahrnehmung und Erfahrung stellt die vollendetste Form der Veränderung dar" (Kalweit in einem Diskurs über Schamanismus). MUNDAN bedeutet die Konstellation u.a. Krisen und Einbrüche
des Wirtschaftslebens (Inflation, Börsenkrach). Sie provoziert die
Notwendigkeit eines Krisenmanagements - da die alten Lösungskonzepte
versagen, sich als nicht mehr tragfähig erweisen. Insbesondere die
Systeme von Sozialversicherung und Steueraufkommen werden überfordert.
Überall scheint es drunter und drüber zu gehen ("Sturmfluten"
auch im übertragenen Sinne). Die gesellschaftliche Mehrheit fühlt
sich unzufrieden mit den Verhältnissen - bzw. die allgemeine Bedürfnislage
verschiebt sich. Im Zusammenhang mit einem gewachsenen Selbstbewusstsein
der Einzelnen kommt es zu Aufbegehren und Aufsässigkeit, zu Tumulten;
Streiks lähmen das öffentliche Leben. Wie in einem Krieg aller
gegen alle macht jeder, was er will. Im Großen wie im Kleinen spalten
sich fortschreitend (krebsartig) Bestandteile des Ganzen ab, wollen selbständig
werden. Unterdrückte Schichten und Gruppierungen werden sich ihrer
selbst bewusst, die allen gemeinsame Linie, das Bewusstsein der Gemeinschaft
und Verbundenheit bzw. die Einigkeit geht "flöten" - mit
der Konsequenz von Separatismus, Austritten aus einer bestehenden Union
und deren schrittweiser Parzellisierung. Überkommene gesellschaftliche
Privilegien wie die des Besitzbürgertums schwinden durch Umsturzbewegungen
dahin; traditionelle Herrschaftsstrukturen und Machtblöcke werden
zerschlagen. SPIRITUELL gesehen geht es um eine Überschreitung des
nackten (geist-, seelenlosen) Materialismus und Rationalismus, um ein
neues Zusammenhangs- bzw. Einheitsdenken (mystischer Natur: denn alles
ist in allem und mit allem verbunden). Wir sollen uns bewegen in Richtung
eines neuen Geistes von Brüderlichkeit, Teilen und Liebe. Vielleicht
erleben wir mit Uranus-Neptun sogar die Manifestation des Kosmischen Christus
- oder, im Sinne des Neuen Testaments, endlich die "Ausgießung
des Heiligen Geistes". Jedenfalls will das Transzendente, Übersinnliche,
Parapsychische (Licht, Logos), als Utopie verkleidet, in der materiellen
Welt Gestalt annehmen, im Schoß der Erde empfangen werden. So gesehen
wären Uranus-Neptun die "Glocken", die ein Neues Zeitalter
einläuten, die ein Einfließen eines höheren Bewusstseins
in die verschiedensten Bereiche irdischer Existenz (ins Arbeitsleben,
in die Wirtschaft, die Kultur, in Wissenschaft und Technik) ermöglichen
- wobei keine Übergangszeit reibungslos verläuft, solch grundsätzliche
Umstellung nie ohne "Geburtswehen" über die Bühne
geht. Nicht von ungefähr spricht die Findhorn-Offenbarung davon,
dass die alte Welt erst vergehen muss, bevor das Neue zum Vorschein kommen
kann ("emergence"). Ausblick Im eigentlichen und engeren Sinne ist die Konjunktion wirksam
von 1991 bis 1994. Akute Zuspitzungen, gerade in kollektiver Hinsicht,
ergeben sich jeweils in den Monaten April und September/ Oktober - wenn
Uranus und Neptun stationär sind. * (geschrieben im Herbst 1992)
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