Der Seher Nostradamus hinterließ uns nur an
wenigen Stellen seiner mysteriösen Vierzeiler exakte Datumsangaben.
Doch in der Centurie X,72 nennt er explizit den August (julianisch den
Juli) 1999; dann erscheine "am Himmel ein großer Schreckenskönig"...
Neben der Gültigkeitsdauer ist auch die Frage umstritten,
welche Gebiete der Erdoberfläche jeweils von den (ob nun positiven
oder negativen) Auswirkungen einer Finsternis betroffen sind: etwa die
ganze Erde (für die es ja zumindest einen besonderen Neumond darstellt)
- oder nur die speziellen Gegenden, über die der Mondschatten jagt,
die also in der sog. Sichtbarkeitslinie liegen, d.h. in denen -
wenn auch nur für Sekunden - eine vollständige Finsternis eintritt
(in Berlin etwa wird "bloß" eine ca. neunzigprozentige
Abdeckung der Sonnenscheibe erreicht).
Alle Finsternisse wiederholen sich ziemlich genau nach 18 Jahren (im Mondknoten- bzw. sog. Saroszyklus), verschieben sich dabei in ihrer Sichtbarkeit stets um mehrere Zeitzonen westwärts - enden jeweils etwa dort, wo ihr Vorläufer begann. So zog sich diejenige des 31.7.1981 vom Kaukasus über Kasachstan und das südliche Sibirien bis nach Sachalin. Vielleicht lässt sich von dieser Geographie ja eine Verbindung herstellen zum sowjetischen Debakel in Afghanistan, zu den Unruhen unter den Völkern am Südrand der Sowjetunion bzw. zum anschließenden Zusammenbruch des sowjetischen Weltreiches generell: Im November ´82 starb damals der langjährige SU-Führer Breschnjew (nach 18 Jahren an der Macht). Die alten Kreml-Herren nach ihm (Andropow und Tschernenko) starben jeweils binnen Jahresfrist, bevor im März ´85 Gorbatschow mit Perestroika und Glasnost ein neues Kapitel einläutete... Der Mundanstrologe Troinski erstellte eine Hierarchie
für die Gewichtung von Finsternishoroskopen. Demnach ist mit "Großereignissen"
dann zu rechnen, wenn sich "Übeltäter" wie Saturn,
Uranus oder Mars in Vier oder Zehn befinden, sowie die Finsternis selbst
(d.h. Sonne, Mond) in einem Eckhaus. Die "verheerendste Wirkung"
sei zu erwarten, wenn Saturn in Zehn und zugleich die Sonne in Eins stehe.
Zudem seien kritisch: die Finsternis in Sechs, Acht oder Zwölf, sowie
Mars oder Saturn in Zwölf. Positiv zu werten seien dagegen Mundanhoroskope,
bei denen die Lichter in Neun und die klassischen "Wohltäter"
in Zehn stünden. Betroffen von Troinskis "schwerwiegenden" Finsterniskonfigurationen sind also viele Gebiete, über die ganze Erde verteilt. Was die Finsternis dort jeweils im einzelnen "ausrichtet", möchte ich ein Stück weit der Phantasie und Kombinationsgabe des Lesers überlassen. Dies kann sich jeder bis zu einem gewissen Grade selbst ausmalen - zumal nicht wenige der aufgelisteten Staaten und Regionen die vergangenen Monate in den Schlagzeilen waren - wegen politischer und/ oder wirtschaftlicher Probleme. Ein ähnlich weitgestreutes Bild zeigt sich, wenn man
eine andere Methode anwendet - und (auszugsweise) die Radices einzelner
Nationen, Staaten sowie besonderer Ereignisse und Individuen betrachtet: Doch ist eine Schwarz-Weiß-Malerei eigentlich fehl
am Platz. Keine Konstellation ist "nur gut" oder "nur schlecht".
Das wichtigste Ergebnis der Entwicklung der Astrologie in den letzten
Jahrhunderten war gerade das Verständnis, dass man auch von der Funktion
und Wirkweise der klassischen "Übeltäter" konstruktiv
sprechen sollte, d.h. sie zu sehen als dargebotene Wege zur Integration,
Ganzheit oder Bewusstwerdung bzw. als Chancen zum seelischen Wachstum.
(Es gibt sicherlich Aspekte und Transite, die "leichter" zu
handhaben sind als andere; aber ist das Angenehme nicht unbedingt das
Bessere...) Ein weiterer Weg, uns der Bedeutung der Finsternis zu nähern,
ist die Suche nach Parallelen oder Beziehungen zu früheren
Eklipsen. Will man nicht Jahrhunderte zurückblättern, fällt
zum einen die Verwandtschaft bzw. der Aspektbezug zur Finsternis vom 5.2.1962
auf (d.h. neun Monate vor der Kubakrise, als die Welt dem nuklearen Holocaust
am nächsten stand): damals befanden sich Sonne, Mond, Merkur, Venus
und Jupiter zwischen 15 und 18, Mars und Saturn auf 2-3 Grad Wassermann.
Desweiteren weist die Finsternis des 21.8.1914 (unmittelbar nach Beginn
des auf dem Balkan ausgelösten Ersten Weltkriegs) große Ähnlichkeiten
auf: Die Sonne wurde auch damals in ihrem Stammzeichen "verschlungen";
Uranus stand wie heute im Wassermann; es herrschte ein Quadrat zwischen
Mars und Saturn, eine Opposition zwischen Merkur und Jupiter, wie diesmal
ein Trigon zwischen Venus und Jupiter, zwischen Saturn und der Finsternis
ein Sextil, zwischen Mars und Uranus ein Trigon; Neptun befand sich in
Opposition zu seiner heutigen Position, und der "königliche"
Fixstern Regulus neben Sonne und Mond. Im Grunde bestätigt die Fixsternastrologie die übliche Interpretation - bei der man, wenn man sich von dem bedrückenden Großen Kreuz nicht erschlagen lässt, im Beiseitetreten eine keineswegs "ungünstige" Aspektfigur des Finsternistags ausmacht: nämlich ein T-Quadrat zwischen Merkur, Jupiter und Neptun, mit anhängender Venus. Die Eklipse enthüllt auf diese Weise ein Doppelgesicht - welches ontologisch vielleicht immer besteht: wo viel Schatten, ist auch viel Licht bzw. das Rettende nie fern... Um herauszufinden, wann sich die an die Finsternis gekoppelten
Inhalte auslösen, bietet sich eine Untersuchung der zugehörigen
Transite an: In den zwölf Monaten nach der Finsternis überläuft
die Sonne den Mars-Punkt am 9.11.99, die Uranusstelle (gemeinsam mit dem
Mond, d.h. als Neumond) am 5.2.2000, den Saturnpunkt (mit Merkur) am 8.5.2000.
Theoretisch könnte die Sonne zu diesen Terminen latente Probleme
oder Keime des Neuen aktivieren - zu erwarten ist solches aber eher nicht,
zumal sie noch geschwächt ist (sich noch von ihrer "Verschlingung"
erholen muss), sowie andere Konstellationen wie etwa Jupiter-Uranus oder
Venus in der Waage gegen eine negative Eskalation sprechen. Dethlefsen pflegte - in Abwandlung eines Goethezitats -
zu sagen: "Alles Sichtbare ist nur ein Gleichnis." Wichtiger
als die beobachtbaren, vordergründigen Geschehnisse ist stets ihre
(dahinterliegende) Bedeutung - d.h. die Frage, welchem Zweck die Phänomene
der Erscheinungswelt dienen, für was sie uns die Augen öffnen
sollen, was aus unserer Innenwelt sie widerspiegeln. Hier hat die symbolische
Sprache der Astrologie ihren größten, unschätzbaren Wert:
sie vermag uns den konkreten Ereignissen zugrunde liegenden Sinn näherzubringen.
Zu Mars-Saturn gesellt sich das Quadrat Mars-Uranus - so dass zu befürchten steht, dass sich das angehäufte (und bislang gut verwahrte) Brennmaterial plötzlich entzündet, es zur Entladung/ Explosion, zum großen Knall kommt. Uranus als solcher steht für eine Unterbrechung der Kontinuität, dass beispielsweise ein bestehendes Gebäude umstürzt. Mit Mars zusammen kommt es zum Zersplittern, Verpuffen von Energie, zu deren heftigem Hervorschießen. Politisch wären Revolten zu erwarten, eine Auflehnung gegen Fremdbestimmung, das Abschütteln von Knechtung (zumindest der Versuch). Saturn-Uranus gilt als "Scheidungskonstellation", als Indikator einer "Trennung des nicht miteinander Vereinbaren". Hier reiben sich Konservatives und Progressives, Normen und Reformen, Old Age vs. New Age. (Beide Kontrahenten sind stark: Uranus befindet sich in seinem Hauszeichen, verstärkt von Neptun; Saturn seinerseits ruht im beharrendsten der Erdzeichen, gestützt von Jupiter.) Spürbar sind erhebliche Spannungen und Dissonanzen, gesellschaftliche Widersprüche bzw. Spaltungstendenzen. Meist wird solange wie möglich versucht, das Auseinanderstrebende zusammenzuhalten (irgendwie zu "vernageln"), das Unpassende unter den Teppich zu kehren - d.h. Rahmen und Fassade werden mit Mühe aufrecht erhalten. Hinter dem überkontrollierten "keep smiling" bzw. "business as usual" vernimmt man jedoch ein deutliches Ächzen und Rumoren. Das "Knirschen im Gebälk" ist ein Folge des inneren Drucks, das vermeintlich "Unbequeme" doch zu erlauben, bzw. anstehenden Veränderungen nicht auf Dauer im Wege zu stehen. Es ginge darum, "Freiheit und Notwendigkeit" zu verbinden, zu einer neuen Integration/ Synthese auf höherer Ebene zu gelangen, besser geeignete (im Grunde unkonventionelle) Maßstäbe des Zusammenlebens zu errichten! Sonne-Mond (der Neumond bzw. die Finsterniskonjunktion selbst) ist hier eher formell oder archetypisch zu deuten: Die Vermählung ("chymnische Hochzeit") der Lebenslichter signalisiert die Zeugung einer neuen Phase, den Beginn eines neuen Zyklus (dessen "Geburt" in der Regel etliche Monate später erfolgt). Da bei dieser "kosmischen Kopulation" der Mond dominant ist bzw. die Sonne ganz schön in Mitleidenschaft gezogen wird, wird anschließend auch das bewusste Handeln (beispielweise der Regierungen) unterliegen - das Unbewusst-Instinktive, Irrational-Launenhafte des Volkes dagegen auf dem Vormarsch sein. Mond-Mars heißt Aufwühlung, heftige Emotionen, innere Konflikte. Es herrscht eine Angst vor Attacken (vor dem "schwarzen Mann"), ein durch frühere Traumata hervorgerufenes Bedrohungsgefühl. Unter Umständen wird Einschneidendes (wie der Verlust von Nahestehenden) wieder erlebt - dessen Zweck das Erringen von Selbstbestimmung ist, eigenständig zu agieren (was im Moment des Schmerzes zugegeben niemanden tröstet). Mond-Saturn weist auf eine Belastung des Volkes, auf Nöte bzw. eine gewisse Depression. Der Gürtel muss enger geschnallt werden, Wünsche und Bedürfnisse heißt es zurückzustellen/ sich erstmal zu versagen. Von "denen da oben" reglementiert, beschnitten oder bestraft zu werden, wirft die Individuen jedoch auf sich selbst zurück (und ist von daher, langfristig gesehen, auch positiv). Bei Mond-Uranus geht es im Grunde ebenfalls um Individualisierung, um die (ur-) eigene Identität von Völkern oder Volksgruppen. Hier kommt aber das Unterdrückte hoch; in einem Stimmungsumschwung mögen gar festgezurrte Bande bzw. gezogene Staatsgrenzen überrannt werden. Das Zerbrechen der Heimat ist dann meist mit unkontrollierten Flüchtlingsströmen gekoppelt. In jedem Fall wäre mit nervöser Aufregung zu rechnen, mit viel Unruhe und Hektik, einem Schrillen der emotionalen Alarmglocke - denn die vertraute Umgebung scheint bedroht, das Gewohnte an Schutz und Geborgenheit wird gestört. Sonne-Mars bedeutet schlicht "enorme Power". Es ist viel Kraft und Energie im Spiel, vorhanden ein starker Drang, produktiv zu sein, etwas zu bewegen/ in Gang zu setzen. Die Gefahr liegt in der zu scharfen (Über-) Reaktion, sich leicht angegriffen zu fühlen bzw. schnell zu glauben, sich wehren zu müssen, auf "rote Tücher" regelrecht abzufahren - und so unversehens in Streiteren zu geraten. Sonne-Saturn steht für "harte Zeiten", für Mühen und Entbehrungen. Es sind schwere Brocken zu wälzen, ein Berg an Arbeit türmt sich auf. Drückende Pflichten müssen endlich erledigt werden, bestimmte Notwendigkeiten lassen sich nicht länger aufschieben. Saturn wirkt gerade hier als Entwicklungsbremse; er verschafft die erforderliche Zeit zum Wachsen, Ausreifen, Klarwerden: und zwar freiwillig (wenn wir auf seine Stopzeichen und Warnungen hören) oder gezwungen - indem er das allzu heillose, in die Sackgasse führende Treiben zum Stillstand bringt. Der "Hüter der Schwelle" kann sich als böser, sanktionierender Vatergott zeigen - oder als liebevoller, behütender Schutzengel. Dabei geht es ihm darum, dass wir unsere Angelegenheiten regeln, uns konzentrieren auf das wirklich Wichtige, in unserem Zusammenleben Form und Inhalt in Einklang bringen. Sonne-Uranus schlägt einen neuen Rhythmus an.
Hier kann jederzeit Unerwartetes passieren. Die Konstellation bringt frischen
Wind in festgefahrene Situationen/ verhärtete Strukturen, stellt
das Existierende infrage. Von daher steht sie für gesellschaftlichen
Fortschritt, politischen Umbruch, für Utopien, Veränderung,
eine Auflockerung der Verhältnisse. Technische Neuerungen fallen
hierunter, speziell in der Datenverarbeitung, im Flugwesen und Weltraum.
Aber auch Unabhängigkeits-, Freiheitsbestrebungen, aus "Gefängnissen"
jeglicher Art auszubrechen. Das Quadrat Merkur-Jupiter gehört zu den hoffnungsvolleren Aspekten. Es geht dabei um eine Auseinandersetzung zwischen Glauben und Wissen, zwischen einem eher sachlichen, "vernünftigen" Intellekt - und einer "höheren" Einsicht/ einer Art religiösen Erkennens. Dem Verstand stellt sich die Sinnfrage, zu reflektieren über das Wieso und Warum (gerade auch des sog. "Bösen"). Gefragt ist ein ganzheitliches, perspektivisches Denken - sei dies in ökologischer Hinsicht oder politisch-integrativ, d.h. sich mittels internationaler Diplomatie fremden Gesichtspunkten zu öffnen. Ähnlich begegnen sich bei Merkur-Neptun Mythisch-Jenseitiges und Nüchtern-Diesseitiges. Logik steht gegen Vision, Kritik und Skepsis gegen irrationale Träume. Günstigenfalls öffnet sich unser Begreifen für mystische Inspirationen, bzw. wir wagen uns solchen anzuvertrauen. Im negativen Fall erliegen wir blendenden Täuschungen, verkennen die Realitäten, schätzen Situationen falsch ein. Gerechnet werden sollte mit einer kollektiven Verwirrung, mit einer Art Orientierungsverlust (angesichts der Krise), mit einer gewissen Lähmung und Hilflosigkeit. Bei unlösbar scheinenden Konflikten lässt sich leider auch die Ausgrenzung von Randgruppen kaum vermeiden ("Schwarzes-Schaf-Konstellation"). Das Trigon Venus-Jupiter ist so ziemlich die optimistischste Konstellation, die man sich denken kann. Sie bedeutet eine angenehme, anmutig-ästhetische Stimmung, ein sinnenfrohes "Ja" zur irdischen Existenz (zumal da in Erdzeichen) - platt gesprochen "alles Gute": Wohlstand, Aufschwung, Glück in der Liebe... Der Aspekt steht für Soziales, Zwischenmenschliches schlechthin, für Gemeinschaftswerte, eine Erfüllung im Miteinander/ gegenseitigem Unterstützen. Das Religiöse ist wichtig - d.h. Sicherheit und Gewissheit zu gewinnen durch geistige Verbundenheit, einen gemeinsamen Bezug auf "Höheres". Als Versöhnungs- und Friedensaspekt dürfte uns Venus-Jupiter einen konstruktiven Ausblick bescheren in oder nach dem "Schlamassel", für welches andere Planeten-Akteure verantwortlich zeichnen. Doch gibt es auch hier Schattenseiten: Es gilt, sich zu lösen von Dingen wie Status und Geltung bzw. wegzukommen von jeglichem (Ver-) Urteilen und Moralisieren (dann wäre es mit dem Verständnis füreinander nicht weit her). Venus-Neptun hat (auch als Quinkunx) Bezug zu materiellen Spekulationen, zu illusorisch aufgeblähtem Buch-Geld, finanziellen Einbußen... Die Konstellation will unsere Verankerung in Feinstofflichem, dass wir Verbindung kriegen zu den Engeln, eine Stütze finden in Transzendentem, Spirituellem. Dazu lässt das Schicksal so manchen "schönen Schein" bzw. Trug des Grobstofflichen ("Maya") platzen wie eine Seifenblase. Der größte Fehler wäre (unter dieser Ägide), krampfhaft zu klammern an irgendwelchem Besitzstand. Die bestehenden Ängste produzieren nämlich erst recht Verlusterfahrungen. Hinterher hängt man dann schön in der Luft bzw. manövriert sich, im Kontrast zur realen Unmöglichkeit, in ein aus paradiesischen Sehnsüchten gebautes Wolkenkuckucksheim... Jupiter-Neptun schließlich ist die religiöse Konstellation par excellence; die Planetenkombination hat speziell Bezug zur katholischen Kirche bzw. zum Papsttum (markiert oft dessen Schwächung). Hier existiert ein (höheres) Wissen um andere Wirklichkeiten: ein Glaube an die Vorsehung, an Irrationales, auch Ökologie: die Überzeugung, dass alles mit allem zusammenhängt. Umfangreiche Geschäfte - vor allem im Tempel der Moderne, an der Börse - mögen zu der Einsicht führen, dass Profit allein nicht selig macht, d.h. in eine gewisse Perspektivlosigkeit münden (ein Loch, das dann von Glaube und Ethik gefüllt wird). Eine Gesinnung von Toleranz, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft wäre typisch für diese Konstellation, ein Erstarken der Menschenfreundlichkeit bzw. des Humanitären schlechthin. Neben den besprochenen Horoskopelementen sollte man nicht
den etwas abseits stehenden (unaspektierten) Pluto
im Schützen (noch bis 2008) vergessen - der zumindest indirekt,
via Jupiter, doch an den Finsternisgeschehnissen beteiligt ist, dem Schützeherrscher
jedenfalls seine Färbung gibt. Zugleich kommt die Uranus-Neptun-Konjunktion
von Anfang der Neunziger langsam in Schwung: Neptun befindet sich jetzt
mit Uranus zusammen in dessen Zeichen, und erst 2011/ 2012 verlässt
Uranus die Fische und Neptun den Wassermann, so dass dann die Konstellation
zumindest mundan nicht mehr besteht (aber als Impuls nichstdestotrotz
weiterwirkt). Politisch bedeutet Uranus-Neptun (aus dem Steinbock kommend)
schlicht eine Emanzipations-Bewegung, eine Strömung hin zu mehr Demokratie
und Freiheit - welche jedoch, da sie eher instinktiv, unbewusst gesteuert
abläuft, erhebliche Widerstände von seiten der herrschenden
Strukturen gewärtigen muss. Unterprivilegierte Schichten, unterdrückte
Ethnien drängen nach Gleichberechtigung; es kommt zur Parzellierung,
Abspaltung immer kleinerer Gruppen, zur fortschreitenden Differenzierung/
Individualisierung innerhalb der Volksgemeinschaften. Internationalismus
und Föderalismus sind deshalb gefragt, Vielfalt ("Multikulti")
anstatt singulärer Dominanz etwa der westeuropäischen Kultur.
"Global denken, regional handeln" wäre ein passendes Motto
- was allerdings einen deutlichen kollektiven Bewusstseinssprung voraussetzt.
Auch wirtschaftlich will Uranus-Neptun Dezentralisierung, d.h. einen offenen,
liberalen Weltmarkt, den Abbau von Monopolen/ Giganten à la Microsoft.
Zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung: In meinem Radix berührt das fatale doppelte T-Quadrat fast auf die Bogenminute genau kritische Planeten - gemäß mittelalterlicher Astrologie eine sichere Unfall-, wenn nicht Todeskonstellation... Meine innere Stimme spricht jedoch ganz anders. Ich will am 11.8. unbedingt die (Un-) Sichtbarkeitslinie aufsuchen, die Finsternis feiern als einmaliges, spirituelles Jahrhundertereignis - und hoffe, dass in Süddeutschland dann die Sonne scheint. (geschrieben im Frühjahr `99) |