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Saturn-Pluto:

"Wenn es hart auf hart kommt..."


Im Jahr 1993 erleben* wir - neben der Jahrhundertkonjunktion Uranus/ Neptun - auch ein Quadrat zwischen Saturn (im Wassermann) und Pluto (im Skorpion). Saturn und Pluto bilden etwa alle acht bis zehn Jahre einen Spannungsaspekt; Konjunktionen erfolgen im Abstand von ungefähr 34 Jahren. Der Charakter der Konstellation wird 1993 verschärft durch Aspektierung des berühmt - berüchtigten Fixsterns Algol (der z.zt. bei 26°4' Stier steht): diesem wurden im Mittelalter (noch von den Arabern her) nahezu ausschließlich teuflische bzw. dämonische Eigenschaften zugeschrieben.
Technisch gesehen war das Quadrat erstmals exakt am 20.3.93 (auf 25°23'); das nächste Mal wird es das am 9.10.93 (auf 23°56') und zuletzt am 2.1.94 (auf 27°6'). Mit besonders starken Wirkungen ist aber gerade zu Zeiten des Stillstandes der Planeten zu rechnen: bei Saturn sind das die Tage um den 10.6.93 (auf 0°20' Fische) und den 28.10.93 (auf 23°38'); Pluto war um den 27.2.93 (auf 25°31') stationär, wird es dann wieder um den 2.8.93 (auf 22°43') und nochmal um den 1.3.94 (auf 28°4') sein.
Da nach astrologischer Auffassung zugleich mit einer Konstellation stets analoge, d.h. inhaltlich den Symbolen entsprechende Ereignisse stattfinden, werden nachfolgend - um der Bedeutung der Symbolverbindung im Konkreten auf die Spur zu kommen - historische Saturn/ Pluto - Aspekte untersucht. Neben dem Inhalt/ Typus eines Geschehens ist dabei ebenso der Ort von Interesse, da auch für die Lokalität eine gewisse Resonanz/ geistige Verwandtschaft zu Saturn-Pluto anzunehmen ist, folglich bei Wiederkehr der Konstellation dort ein Brennpunkt der Prozesse bzw. ein Krisenherd liegen dürfte.
Das so empirisch Gefundene wird anschließend phänomenologisch abstrahiert, d.h. in seinem Wesen zu erfassen gesucht, sowie in den Rahmen der Symbolüberlieferung gestellt bzw. skizziert, was die astrologische Theorie zu der Planetenkonstellation zu sagen hat.Phönix aus der Asche

Historische Vorläufer

1982/ 83 (Konjunktion in der Waage):

- Falklandkrieg (April bis Juli '82):
mit Großbritannien verteidigt eine moderne Demokratie ihr koloniales Erbe (gegen Argentinien)
- im Juni '82 Invasion Israels in den Libanon (zur Errichtung einer Schutz- und Sicherheitszone); Niederlage der PLO (gegen rivalisierende Gruppen) und (bis Dezember '83) ihre Evakuierung aus Beirut/ dem Libanon
- in Bonn zerbricht am 17.9.82 die sozialliberale Koalition, was den Machtantritt Helmut Kohls bedeutet (dessen Sturz astrologisch gesehen eigentlich überfällig ist: im Herbst '93 wurde sein Radix-Pluto letztmalig von Uranus-Neptun transitiert; die jetzige Saturn /Pluto - Konstellation könnte gut das Ende seiner Kanzlerschaft markieren).

1973/ 74 (Quadrat Krebs - Waage)

- am 18.9.73 Militärputsch in Chile (Sturz und Ermordung Allendes); im Juni 74 Machtergreifung Pinochets
- Jom-Kippur - Krieg um Israel (Beginn am 6.10.73, ca. 13.30); im Zusammenhang damit löst Saudi- Arabien eine die westlichen Industriestaaten an ihrer materiellen Grundlage (den leicht und billig verfügbaren Energieressourcen) schwer treffende Ölkrise aus
- im Mai '74 Rücktritt Brandts (Guillaume-Affäre); Amtsantritt Schmidts
(- hier wäre auch, bei weitem Orbis, der - durch die Watergate-Affäre erzwungene - Rücktritt Nixons am 8.8.74 einzuordnen)

1965/ 66 (Opposition Fische -Jungfrau)

- Chinesische Kulturrevolution (Versuch einer konsequenten Umerziehung traditionellen bzw. kapitalistischen Wertempfindens)
- Eskalation des Vietnamkriegs (Einsatz amerikanischer Bodentruppen sowie verheerende Luftangriffe)

1955/ 56 (Quadrat Skorpion - Löwe; gleichzeitig auch ein Quadrat zwischen Uranus und Neptun)

- zwischen Israel und Ägypten bzw. ihren Schutzmächten England/ Frankreich und der Sowjetunion spitzt sich (am 30.10.56) die Suez-Krise zu
- im Ostblock unterdrückte Volksaufstände gegen das kommunistische System (am 28.6. bzw. im August '56 in Polen, am 3.11.56 in Ungarn); danach Eintreten gewisser Liberalisierungen sowie Regierungsumbildungen
- am 27.3.55 (5h10 GMT) Abschluss der Pariser Verträge (Begründung des Militärbündnisses WEU)

1947 (Konjunktion im Löwen)

- aufgrund religiöser Spannungen erfolgt am 15.8. (0h IST, Neu-Delhi bzw. Karatschi) die Aufteilung des indischen Subkontinents in das vorwiegend hinduistische Indien und das islamische (damals noch West- und Ost-) Pakistan; Kampf und Mühen Gandhis (der am 30.1.48 ermordet wird) scheinen umsonst
- Palästina-Konflikt, welcher zur Teilung des vormals britischen Völkerbundmandatgebiets führt, u.a. auch zur Gründung des Staates Israel (am 14.5.1948, 16h, Tel Aviv; Sonne-Mars werden 1993 von Saturn-Pluto tangiert, der Aszendent zugleich von Uranus-Neptun)
- nach dem Zweiten Weltkrieg kommt es in Europa zur Wirtschaftskrise, welcher der Marshallplan entgegenzuwirken sucht; Beginn des Kalten Krieges (der Ost-/ West - Blockbildung)

1939/ 40 (Quadrat Stier - Löwe)

- am 1.9.39 Beginn des Zweiten Weltkriegs: Expansionsstreben Deutschlands; Judenvernichtung und Konzentrationslager; Totaler Krieg, welcher sich gerade auch gegen die Zivilbevölkerung richtet, schließlich ein infernales Bombardement deutscher Städte herbeiführt

1931 (Opposition Steinbock-Krebs)

- am 18.9. Besetzung der Mandschurei durch Japan
(das Datum 17./ 18.9. bzw. der Sonnenstand 24°- 25' Jungfrau tritt nach erster Sichtung bei Saturn/ Pluto - Ereignissen überproportional häufig auf)
- Gandhis (Zweiter) Satyagraha-Feldzug (Eintreten für die Prinzipien von Wahrhaftigkeit und Gewaltlosigkeit)
- Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise (Rezession, Arbeitslosigkeit in Europa)
- in Deutschland Aufschwung des Nationalsozialismus

1922/ 23 (Quadrat Waage - Krebs)

- Russland: nach Ende des Bürgerkrieges Konsolidierung des Sowjetstaates (Errichtung des Zwangssystems, u.a. Mithilfe der Tscheka)
- unter Atatürk erkämpfen sich die Türken die Unabhängigkeit (gegen Griechenland, Frieden von Lausanne am 24.7.23) und errichten einen laizistischen (d.h. den Einfluss des Islam beschränkenden) Nationalstaat westlicher Prägung
- 31.10.22, 10 h: Mussolinis Marsch auf Rom markiert den Beginn des Faschismus
- am 16.4.22 Rapallovertrag: wirtschaftliche und politische Annäherung zwischen Deutschland und der Sowjetunion (gegen die Kriegsgewinner England und Frankreich)
- in Deutschland Inflation (wegen zu leistender hoher Reparationszahlungen) sowie Putschversuche von Links und Rechts

1914/ 15 (Konjunktion im Krebs)

- in Bosnien (Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajewo am 28.6.) bzw. zwischen Österreich-Ungarn und Serbien entzündet sich am 28.7.14 der Erste Weltkrieg - bei welchem es den europäischen Großmächten vor allem um Ausweitung und Erhalt ihrer Herrschaftsgebiete (u.a. in den Kolonien) geht

1907/ 08 (Quadrat Fische - Zwillinge)

- seit 1907 Einfluss und Wirken des Heilers/ Magiers Rasputin am Zarenhof
- in Osterreich-Ungarn Nationalitatenstreit zwischen Slawen und Deutschen

1899 (Opposition Schütze - Zwillinge)

- Beginn des Burenkriegs (Südafrika): die Kolonialmacht England unterdrückt brutal die Unabhängigkeitsbestrebungen weißer Siedler
- im Frühsommer (Erste) Haager Friedenskonferenz (u.a. zwecks Abrüstung)

1883 (Konjunktion in den Zwillingen bzw. im Stier)

- Ausbruch des Krakatau (am 27.8., 10hOZ, 104°45' ö.L./ 5°59' s.B.) mit - neben den Verlusten an Menschenleben aufgrund der erfolgten Flutwelle - weitreichenden klimatischen Folgewirkungen
- Nietzsche beginnt den Zarathustra, eine radikale und grundsätzliche, pessimistisch-nihilistische Kritik abendländisch-christlicher Werte; anstelle dieser formuliert er einen »Willen zur Macht« bzw. postuliert den »Übermenschen«

1852 (Konjunktion im Stier/ Widder)

- in Onkel Tom's Hütte klagt Beecher-Stowe die schreienden Missstände der Sklaverei in den amerikanischen Südstaaten an

1819/ 20 (Konjunktion im Widder bzw. in den Fischen; parallel dazu eine Konjunktion von Uranus und Neptun)

- südamerikanische Freiheitsbewegung: In der postnapoleonischen Ära lasst sich das vormalige koloniale Herrschaftssystem der Spanier nicht wiederherstellen (u.a. Gründung Groß-Kolumbiens 1819)
- nach dem Wiener Kongress (der Abrechnung mit Napoleon bzw. der Französischen Revolution) kommt es in Europa zu einer Politik der Restauration/ Reaktion, zum Wiedererstarken des Obrigkeitsstaates; Innen- wie außenpolitisch entsteht eine Gegensatzspannung zwischen Liberalismus (u.a. USA, England, z.T. Frankreich) und Konservativismus (Russland, Österreich, Preußen)

1786/ 87 (Konjunktion im Wassermann)

- Amerikanische Verfassung (mit starker Zentral- und Präsidialgewalt, aber auch dem System gegenseitiger Kontrolle der Staatsorgane)
- in Frankreich Staatsverschuldung, Wirtschaftskrisen und Hungersnöte (welche schließlich zur Revolution führen)

1713/ 14 (Konjunktion In der Jungfrau)

Zwei (recht ähnliche) Ereignisse passen zu Saturn-Pluto, auch wenn die Konjunktion strenggenommen (unter Kriterien des Orbis) noch nicht exakt Ist:
- am 11.4.1713 der Friede zu Utrecht (Ende des Spanischen Erbfolgekrieges sowie Teilung Spaniens)
- am 19.4.1713 die Pragmatische Sanktion, ein (auf Maria Theresia gemünztes) Machtabsicherungsgesetz der Habsburger bezüglich der Erbfolge und Unteilbarkeit Ihrer Hausländer

1648/ 49 (Konjunktion in den Zwillingen; gleichzeitig eine Konjunktion von Uranus und Neptun)

- England: nach dem Sieg über die katholischen Stuarts bzw. die Schotten (sowie vorausgehender Staatskrise) errichtet Cromwell eine Art Militärdiktatur
- Ende des Dreißigjährigen Kriegs (Westfälischer Friede am 24.10.48), was die Festschreibung der - durch Reformation und Gegenreformation verschärften - Aufsplitterung Deutschlands bedeutet, ein Zurückdrängen der kaiserlichen Gewalt bzw. habsburgischen Hegemonie, den Aufstieg von Territorialstaaten sowie eine weitgehende Religionsfreiheit

1518 (Konjunktion im Steinbock

- Reformation: der berühmte Thesenanschlag erfolgt zu Wittenberg am 10.11.1517 (greg.), 5h30 OZ; das sog. Turmerlebnis (Klärung der Frage nach der Gerechtigkeit Gottes) geschieht Anfang 1518; Im Oktober muss sich Luther vor einem Vertreter de Papstes verantworten, zeigt aber eine Verweigerungshaltung und unterwirft sich nicht, d.h. er lehnt den geforderten Widerruf ab, beharrt auf seiner Position bzw. den Reformideen

1413/ 14 (Konjunktion in den Zwillingen)

- Beginn des Konstanzer Konzils. Beseitigung des kirchlichen Schismas (des parallelen Vorhandensein mehrerer Päpste); Unterdrückung von Häresien wie der Prädestinationslehre (Vorherbestimmung menschlichen Handelns); Brandmarkung des Tschechen Hus als Ketzer (dessen widerrechtliche Verhaftung, Verurteilung und Verbrennung ihn zum Märtyrer und Nationalhelden macht)

1350/ 51 (Konjunktion im Widder)Der Astrologe und der Tod

- in Europa und Asien schlimm wütende, die Bevölkerung um ein Viertel dezimierende Festepidemie; damit im Zusammenhang Auftreten von Asketen und Flagellanten (Geißlern) sowie Übergriffe und Pogrome gegen Juden

Mit ihren Reinheitsvorschriften, der ausgeprägten Moral, dem Absolutheits- und Ausschließlichkeitsanspruch des "Einen Gottes" sowie der sich daraus ergebenden sozialen Absonderung zeigt gerade die jüdische Religion deutliche Merkmale von Saturn-Pluto; nicht zuletzt wäre die Härte und Konsequenz der Politik des modernen Staates Israel ein Beleg für die Dominanz dieser Symbolkombination beim Judentum. Ähnliches gilt aber auch für die bedeutendste monotheistische (und Gebote-Religion, den Islam (»es gibt keinen Gott außer Gott«). Dessen historischer Beginn, die Hedschra vom 16.7.622, weist (wie aktuell) neben einer Uranus/ Neptun - Konjunktion ein Quadrat von Saturn und Pluto auf - interessanterweise genau bei 22° Krebs-Widder befindlich (d.h. derzeit durch Uranus-Neptun aktiviert).

Vergleichbar mit 1993 ist schließlich noch das Jahr 452, als parallel zu einer Uranus/ Neptun - Konjunktion ein Quadrat Saturn-Pluto (Waage - Krebs) bestand:
- nach der (verlorenen) Schlacht auf den Katalaunischen Feldern fallen die Hunnen in die Poebene ein.

Aus dem historischen Material lässt sich ZUSAMMENFASSEND festhalten:

  1. Unter Saturn-Pluto entwickelte sich nicht selten politisch eine angespannte Lage, kam es zu dramatischen Zuspitzungen (Situationen "auf des Messers Schneide").
  2. Die Kriegsgefahr war groß, d.h. die Versuchung, Konflikte (zwischen Volks- oder Glaubensgruppen) gewaltsam zu lösen.
  3. Die Handlungsspielräume waren eingeengt, die Positionen konfrontativ/ festgefahren/ verhärtet. Gebildet wurden Blöcke, gerade auch Pakte/ Bündnisse zur (vermeintlich notwendigen) Abwehr von Bedrohung geschlossen, es erfolgten Ab-/ Ausgrenzungen (der "Bösen"/ Sündenböcke), eine Aufspaltung in (unversöhnliche) Gegensätze, u.a. eine Polarisierung in Links und Rechts.
  4. Mehr oder weniger unverhüllt trat ein Dominanz- oder Hegemonialstreben zutage, wurde ein Machtkampf geführt, ging es um die Durchsetzung von Herrschaftsansprüchen.
  5. Politisch wie wirtschaftlich war das Ziel Dirigismus, Kontrolle, eine (imperialistische) Monopolbildung; autoritäre, tyrannisch-diktatorische Regimes wurden errichtet bzw. aufrechterhalten mittels Terror und Verfolgung/ Übergriffen auf die Menschen- und Bürgerrechte/ faschistischen Zwangsmaßnahmen.
  6. Dabei konnten enorme Destruktivität, ein ausgeprägter Verwüstungswillen zum Zuge kommen.
  7. Wirtschaftlich kam es zu Depressionen, Arbeitslosigkeit, Krisen (z.T. nahe dem Staatsnotstand). Mitunter herrschte ein quälendes, düsteres, pessimistisch-fatalistisches (Untergangs-)Klima; die Rettung/ Erlösung daraus schien übermenschlicher Anstrengungen zu bedürfen bzw. nur möglich mittels Eingreifen/ der Gnade höherer Mächte (eines "deus ex machina" oder eines auserwählten/ gottgesandten Führers).
  8. Unverkennbar ist andererseits das Eintreten für Ideelles/ höchste Werte, ein Pochen auf Prinzipien wie Wahrheit und Gerechtigkeit, moralisch unhaltbare Verhältnisse anzuprangern, gegen (gerade auch übermächtige) Missstände aufzustehen. Dabei wurde aber leider allzuleicht in eine radikal-verbissene, ideologisierte geistige Einstellung verfallen; der Enthusiasmus für das "Absolute"/ das für richtig Erachtete/ die "reine Lehre" artete gerne aus zu Fanatismus/ Fundamentalismus bzw. einem übersteigertem Nationalismus, mochte zu einem propagierten "Heiligen Krieg" gegen "Ungläubige" führen.

Von Saturn-Pluto 1993 transitär betroffen sind u.a. die in Mittel- und Osteuropa unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg ausgerufenen Republiken bzw. ihre Nachfolgestaaten:

die Tschechoslowakei (28.10.1918), Yugoslawien (29.10.), Ungarn (1.11.), Polen (3.11.), Deutschland (9.11.) und Österreich (12.11.) haben jeweils Saturn auf 27 Löwe und Uranus auf 24 Wassermann platziert.
Und es ist eine Auswirkung zu erwarten auf die Weltwirtschaft (die New Yorker Börse/ den Dollar, 17.5.1792, 10hOZ): die Positionen von Sonne-Merkur (auf 25,5 Stier) und Pluto (auf 23 Wassermann) werden vor allem in der zweiten Jahreshälfte ('93) angesprochen. (Der ebenfalls aktuelle Transit Uranus-Neptuns über Jupiter bzw. über die Halbsumme Mond-Saturns auf 23 Waage - Widder dürfte 1994 richtig zum Tragen kommen.) Der klassisch 'plutonisch' (im Keller, durch einen radikalen Moslem?) erfolgte Bombenanschlag auf das World Trade Center am 27.2.93 wäre symbolisch ein "Wink mit dem Zaunpfahl", zu deuten als massiver Hinweis auf eine bevorstehende fundamentale Erschütterung des Weltwirtschaftsgefüges.

Schließlich soll noch die Aufzählung einiger prominenter PERSÖNLICHKEITEN mit Saturn/ Pluto - Aspekten im Radix Hinweise geben auf die Auswirkung dieser Planetenkombination bzw. die verschiedenen Färbungen/ Facetten der Konstellation beleuchten: da wären z.B.

Bertolt Brecht
Frederic Chopin
Charles de Foucauld ('Hl. Karl', 15.9.1858, 18hOZ Straßburg)
Michail Gorbatschow
Stanislav Grof
Ernest Hemingway
Alfred Hitchcock
Boris Jelzin
C.G. Jung
Erich Mielke
Therese Neumann ('von Konnersreuth')
'Bhagwan' Rajneesh
Hanns-Martin Schleyer
Roger Schutz (Taize-Gründer)
Maria Stuart (7.12.1542, 13h30 OZ, Edinburgh)
Emanuel Swedenborg

Bei den Aufgelisteten handelt es sich durchweg um sog. Charaktere, um markante, z.T. tragisch zu nennende Gestalten - die man nicht selten verfolgte (ihnen Gewalt und Härte antat) bzw. die von Torturen gezeichnet sind. Es finden sich darunter andererseits aber auch ausgesprochene Mystiker, Personen, welche an den ihnen vom Schicksal auferlegten "Brocken" seelisch intensiv arbeiteten, diese überwanden/ sublimierten und dadurch in spirituelle ('Licht'-)Bereiche vordrangen.

Die Bedeutung des Symbols Pluto

Der äußerste Planet des Sonnensystems hat momentan seine größte Erdnähe (ist uns z.zt. näher als Neptun). Seit November '83 durchläuft er außerdem das ihm zugeordnete Zeichen Skorpion - wo er besonders stark steht (und wirkt).
Schon bald nach seiner Entdeckung (1930) wurde er in Verbindung gebracht mit Massenphänomenen, insbesondere mit dem aufblühenden Faschismus, aber auch mit der zu jener Zeit entdeckten Kernenergie (dem "Plutonium"). Analog seiner mythologischen Funktion (als Herr der Unterwelt) unterstehen ihm die Kräfte Vulkanismus und Erdbeben, u.a. der Energieträger Erdöl, sowie der Komplex Müll/ Recycling.
Psychologisch symbolisiert Pluto völlige Extreme, er steht für höchste Höhen und tiefste Tiefen, für Engel wie Teufel, Destruktives und Heiliges, für absolute Liebe wie rachsüchtigen Hass - und die entsprechende Gegensatzspannung. Er will das Totale, ist keinesfalls neutral, lasch oder lau, gibt sich radikal (gemäß dem Motto 'Alles oder Nichts'), geht nötigenfalls über Leichen, ohne Rücksicht auf mögliche (emotionale oder materielle) Verluste bzw. Opfer.
Im Jahreslauf ist Skorpion die Zeit von Fäulnis, Zersetzung, Gärung, was Krisen, Depressionen, dem 'Tal der Seele' korrespondiert - wo tiefschürfend in sich bzw. in der Vergangenheit gebohrt, grundsätzlich hinterfragt wird.
Die Gefahr einer Plutobetonung (im individuellen Horoskop, z.zt. mundan der Fall) liegt darin, dass das Geistige/ der 'Kopf'/ Theoretisch-Abstraktes ein unnatürliches Übergewicht erhält, insbesondere dass bis zuletzt an (zwischenzeitlich überholten) Gedankensystemen oder Prinzipien festgehalten wird. So entsteht eine mentale wie emotionale Fixierung/ Inflexibilität (über den Mechanismus der Projektion werden gerade andere Menschen gern in eigentlich ihnen unpassende Schemata gepresst). Die Vorstellungswelt kann sich leicht vom Hier und Jetzt bzw. von der Realität abkoppeln, sich quasi verselbständigen, und das tatsächliche, jeweils aktuelle Empfinden dominieren oder unmerklich vergewaltigen; Handeln und Fühlen sind dann wie fremdbestimmt. Speziell besteht eine unterbewusste Empfänglichkeit für negative Prägungen (zumal bewusst meist das Positive, 'Gute' überbewertet wird), u.U. übersteigert als Besessenheit bzw. gebildete Zwangsvorstellungen. Und es treten intensive sexuelle Wunschbilder auf (nicht selten gekoppelt mit einer insgeheimen Lust am Quälen oder Gequältwerden), d.h. die Aufgabe stellt sich, mit dem dunklen Gegenpol des Geistes, mit dem Begehren, mit der drängenden Leidenschaft des Fleisches, den elementaren/ triebhaften Kräften der Psyche umgehen, diese zu beherrschen lernen.

Gesellschaftspolitisch mögen bei Pluto im Skorpion Führerfiguren erstehen (die als Autorität eine bestimmte Idee/ Ideologie verkörpern), deren Propaganda demagogisch, suggestiv/ manipulativ sein mag, Dogmen indoktrinierend bzw. aufoktroyrend. Nicht untypisch ist es, der 'Gerechtigkeit', dem 'Heil' usw. gewaltsam (d.h. mit eigentlich unlauteren Mitteln) zum Sieg verhelfen zu wollen. Der einzelne zählt hier (in gewissem Gegensatz zur momentan ebenfalls wirksamen Botschaft Uranus-Neptuns) nichts; das Individuum hat sich vielmehr Gattungszielen unterzuordnen, mit Leib und Seele aufzuopfern für die Ziele und Erwartungen des Kollektivs.
Pluto im Skorpion steht für potenziertes Karma: Gemäß dem Gesetz Actio = Reactio ernten wir heute die Früchte unserer Saat, holt uns die Auswirkung (das 'Erbe'/ der Fluch, der 'Drache' oder beschworene Dämon) früherer Zeiten ein. Erinnerungen/ Überreste vormals begangener (Un-)Taten kommen hoch - aus den Weltkriegen, möglicherweise von Atlantis. An der Wand zeigen sich die Schemen der Vergangenheit, über die Medien werden wir von Schreckensbildern der Brutalität, Gewalt, Katastrophe, Zerstörung verfolgt - welche uns faszinieren/ magisch anziehen, die Schattenseiten der Zivilisation zu Bewusstsein bringen. Verheilt geglaubte Narben schmerzen, alte Wunden ('Eiter-/ Pestbeulen') brechen wieder auf, es kommt zu einem Wiederholungszwang des früher Geschehenen. Wir sitzen in der Falle, im Griff von Automatismen, von einmal in Gang gesetzten Zwangsläufigkeiten (z.B. der Aufrüstung). Das sogenannte Böse tritt uns von außen (projiziert) entgegen, wir werden konfrontiert mit Unverarbeitetem - das sich (wie alles hochsteigende Unbewusste) erstmal immer aggressiv, bedrohlich, urtümlich-archaisch gebärdet. Im Großen wie Kleinen, kollektiv wie individuell sind wir gezwungen, uns mit unangenehmen, peinlichen, ungeliebt-verachteten Dingen ('ekelhaftem Unrat') zu beschäftigen- denn die einmal gerufenen (bzw. entfesselten) Geister verschwinden nicht einfach von allein.

Plutos Zielrichtung ist Ideelles, Immaterielles, eine Durchlichtung, Vergeistigung des Seelischen. Psychodynamisch handelt es sich bei ihm um eine intensive Transformationsenergie, einen emotionalen Reinigungsprozess - vergleichbar dem 'Fegefeuer', in welchem 'Sünden gebüßt' bzw. Ego-Schlacken abgestreift/ geläutert werden, eine Metamorphose/ Transsubstantiation (Umwandlung der äußeren Gestalt) vollzogen wird. (Dabei war den Alchemisten das für wertlos erachtete Blei oder Exkrement die Rohmasse/ das notwendige Ausgangsmaterial zur Herstellung von Gold.) Das Leben verläuft immer anders als gedacht: letztlich müssen bei Pluto/ Skorpion die überkommenen (einst Sicherheit garantierenden) Konzepte/ Vorstellungen/ Bilder vernichtet werden, die ausgedienten, verbrauchten Götter untergehen, auf schmerzende Weise sterben - um deren erneute Zeugung bzw. Wiedergeburt auf höherer Ebene zu ermöglichen. Denn bevor ein neuer, junger Phönix/ beflügelnder Geist (gerade auch der abendländischen Kultur) sich erheben kann, heißt es erst den alten Vogel zu verbrennen...

Die Bedeutung des Symbols Saturn

Saturn kennzeichnet bei einer Person oder Sache die Entwicklungsrichtung, Bestimmung, Aufgabe, das Dharma (sowie die mit diesem verbundenen Pflichten). Als endgültigstes der Schicksalsregulative (nach Neptun und Uranus einschreitend) ist er dafür verantwortlich, die Dinge (wieder) in Ordnung zu bringen, aus der Bahn Geratenes zurechtzurücken, den einzuschlagenden Weg zu weisen. Er korrigiert falsche Entwicklungen (kann gar deren Endpunkt bedeuten), er diszipliniert, formiert, reduziert (u.U. auf das lebensnotwendige Minimum). Zu üppiges/ unmäßiges Wachstum ("Verschwendung", "Wuchern") wird durch ihn auf das rechte Maß beschnitten; als 'Hüter der Schwelle' lässt er nur wirklich Wichtiges, Allgemeingültiges, Unvergängliches bestehen.
Im täglichen Leben heißt Saturn in der Regel Härten, Mangelsituationen, Entbehrungen, drückende Lasten und Zwänge auf sich nehmen zu müssen. Widerstände türmen sich auf, Einschränkungen machen zu schaffen, Schwierigkeiten und Probleme sind (mittels erheblichem Arbeitsaufwand) aus dem Weg zu räumen. Gefordert ist Selbstdistanzierung, eine unangenehme (leidige) Abtrennung von zu viel Subjektivem (seinen Wünschen und Bedürfnissen). Saturn drängt zu Klarheit und Eindeutigkeit, er besteht auf den Grundlinien von Wahrheit, Ehrlichkeit, Echtheit, Stimmigkeit - auf der Übereinstimmung zwischen Innen und Außen, Inhalt und Form, sich oder einer Sache die geeignete Struktur/ einen adäquaten Rahmen zu zimmern.
Psychisch zeigt er sich u.a. als Ernsthaftigkeit und Tiefe, als Hemmungen bzw. Gewissen/ innere Stimme. Es sollen keine falschen Spiele mehr getrieben werden: er bringt Reifung, Eigenverantwortlichkeit - via Bewusstwerdung des Schattens (des dunklen Bruders, d.h. des vormals nicht wahrgenommenen bzw. nicht akzeptierten Persönlichkeitsanteils). Wird Saturns eigentliches Anliegen nicht verstanden, er einseitig bzw. übertrieben gelebt, bedeutet dies Verhärtungen/ Versteifungen, insbesondere in Krisen allzusehr festzuhalten - u.a. an der Überlieferung, an Normen/ Konventionen. Aus Angst, Unwissen (über den Sinn und Zweck von Veränderungen) bzw. bei mangelnder Verbindung zu wesentlichen Dingen (einem Inhalt oder einer Erfüllung) klammert man sich gern krampfhaft an eigentlich vom Leben überholte (sprichwörtlich 'hohle') Formen, versucht eine nicht mehr zeitgemäße Form aufrechtzuerhalten.

Die Stellung Saturns im Wassermann

ist heikel, die beiden Komponenten passen schlecht zusammen, sind einander widersprechende Faktoren/ gegenläufige Phasen: Altes reibt sich mit Neuem, Konservativ-Bewahrendes trifft auf Revolutionär-Fortschrittliches, Freiheit auf Notwendigkeit - was einer Zerreißprobe gleichkommt. Im individuellen Horoskop zeigt diese Kombination nach Döbereiner im Grunde Unvereinbares, nicht Zusammengehöriges an (sowohl innerseelisch als auch im Verhältnis zur Umwelt). Dabei sei eine nicht zu unterschätzende Gefahr von Positivismus/ der Scheinharmonie gegeben, d.h. faktisch existierende Widersprüche (kompensatorisch) zu übertünchen, und in einer Art Unechtheit/ Scheinheiligkeit bzw. Lebenslüge zu erstarren. (Ein Transit macht die inneren Spannungen meist akut, führt nicht selten zur Scheidung oder abrupten Trennung aus dem bisherigen Umfeld.) Mit der Kombination Saturn (bzw. Steinbock) - Wassermann (bzw. Uranus) ist im Grunde angesagt, seine originalen, ureigenen Richtlinien und Maßstäbe zu entdecken, entwickeln und zu verfolgen.
Klassisch bzw. mundan lässt sich Saturn im Wassermann (sowie der z.zt. im Steinbock weilende Uranus) übersetzen als 'Grenzen sprengend'. Die Stellung entspricht brüchigen/ sich wandelnden Strukturen/ verqueren Verhältnissen, einer Infragestellung des Gewohnten, sie bedeutet politische Instabilität, eine gespannte, explosive Lage (die wir zuletzt 1962/ 63 hatten, als es u.a. zur Kuba-Krise kam). Ordnung und Sicherheit sind bedroht, wir befinden uns in einer Zeit strukturellen Umbruchs, von Erschütterungen des Staatengefüges - wovon Unruhen/ Aufruhr, Bomben und Attentate äußere Indikatoren sind. Die Zeitqualität würde eine deutliche Richtungsänderung/ Neuausrichtung, eine wegweisende Umstellung (mit Pluto zudem recht grundsätzlicher Natur) erfordern. Möglich ist allerdings auch, dass angekündigte Reformen im Ansatz steckenbleiben, dass die (eigtl. drängenden) Konflikte (in erwähnter ästhetisierender Weise) nicht ausgetragen, sondern die bestehenden Probleme nach 'bewährter' Manier nur formal zugedeckt, nicht wirklich (d.h. für alle Seiten zufriedenstellend) gelöst werden.

Die Konstellation Saturn-Pluto

Die schwergewichtigsten astrologischen Faktoren prallen hier (konflikthaft) aufeinander. In Döbereiners Terminologie trifft der "Wächter der Erfahrung" auf den "Hüter des Wirklichen", in Pluto die lebensformende Kraft auf die lebensdisziplinierende (Saturn), was nur im Bereich "höherer Gewalt", durch ein Eingreifen des Schicksals lösbar sei.

Vordergründig weisen die beiden Planeten etliche Ähnlichkeiten miteinander auf: als Agenten des Vierten und Dritten Quadranten wollen (bzw. sollen) sie vor allem das Lebendige, Empfindungsmäßige (des Zweiten Quadranten) reglementieren. Beide haben die Neigung zur Unterwerfung/ Knechtung des Seelisch-Emotionalen und Kreatürlichen (was bedeutet sich u.a. gegenüber dem Mütterlich-Weiblichen autoritär/ patriarchal zu verhalten). Beide haben einen langen Atem, sind von eher beharrender, konservativer Natur, und rufen nicht wenig Angst hervor. Da sie als Vertreter von Gesetz und Tod den Verzicht auf subjektive Wünsche und Bedürfnisse (bzw. als Götter "Menschenopfer") verlangen, erscheinen sie dem Leben feindlich gesonnen. Fehltritte bestrafen sie unerbittlich, sie wirken grausam, unbarmherzig und gnadenlos, beide wenden Zwangsmethoden an, wollen das 'sündige Fleisch' aushungern. Beide 'Alten', 'gestrengen Schicksalsmächte' bzw. kosmischen 'Übeltäter' sind uns offenbar überhaupt nicht hold. Im Grunde genommen handelt es sich bei ihnen jedoch um feindliche Brüder: denn Pluto steht für das Karma, für die Bilder, Prägungen, Zwänge und Direktiven der Vergangenheit; Saturn repräsentiert das Dharma, die Lebensaufgabe und -bestimmung/ die vom Höheren Selbst abgesteckte Entwicklungsrichtung. Mögen sie sich u.U. mal (taktisch) miteinander verbünden, im Quadrataspekt jedenfalls bekämpfen sich diese Gewalten, kommen sie einander in die Quere. Eigentlich ist Saturn der stärkere der Kontrahenten, da er dem Vierten Quadranten angehört (und dort das letzte und härteste der Schicksalskorrektive darstellt); z.zt. ist er jedoch geschwächt (da er selbst im Wassermann sowie Uranus-Neptun in seinem Hauszeichen Steinbock stehen), und Pluto steht stark - so dass ihre Auseinandersetzung sich zu-mindest eine Weile hinziehen dürfte. (Aus der Psychologischen Astrologie wissen wir zudem, dass ein analytischer Aspekt zu seiner Überwindung stets gehöriger Arbeit bedarf, andererseits jedes auf sich genommene Leid die Chance der Bewusstwerdung enthält.) Beim Zusammenstoß der beiden laufen die gewohnten Denk- und Verhaltensmuster (Plutos) auf Grund; die üblichen Haltungen/ Einstellungen/ tradierten Steuerungsmechanismen versagen dann, die kollektiven Mythen (z.B. die des 'Fortschritts'/ 'unbegrenzten Wachstums') ziehen nicht mehr. Eingeschlagene Entwicklungen kommen an ihren Endpunkt/ landen in der Sackgasse, die schwierige Situation überanstrengt/ überfordert die Beteiligten; es geht nicht mehr so weiter wie bisher, "stinkt" sozusagen "zum Himmel" - eine Konfrontation mit der (brutalen, nackten) Wahrheit ist unausweichlich. Saturn will isolierte/ künstliche (von der Wirklichkeit abgekoppelte) Vorstellungen korrigieren, doch naturgemäß wehren sich die alten Fixierungen gegen Veränderungen, halten krampfhaft ("anal") am Überkommenen fest. Da dann keiner bereit ist nachzugeben (was auch auf das politische Geschehen übertragen werden kann), jeder starrsinnig auf seiner Position beharrt ("auf Teufel komm raus"), geht es 'ans Eingemachte', eskaliert ein Konflikt leicht, kann es 'knüppeldick' kommen. (Konkret wären Probleme, Unglücksfälle in den angeführten plutonischen Entsprechungsbereichen zu erwarten.) Die Kombination von Saturn und Pluto ist eine Art schicksalshafter Prüfung, verlangt eine Bereinigung bestehender Schuldenkonten; für Esoteriker "riecht" es sehr nach Apokalypse, nach einer Entscheidungsschlacht zwischen den Mächten der Finsternis und des Lichts, nach einer 'Trennung von Spreu und Weizen'. Vielleicht tröstlich ist die Logik des Quantensprungs: wenn eine Spannung an ihrem Extrem, eine Entwicklung an ihrem kritischen Tiefpunkt angelangt ist, erfolgt ein Umschlag auf eine neue Ebene - konkret vielleicht der fällige Bewusstseinssprung zu mehr Verantworung gegenüber dem Leben/ der Erde, d.h. mit unseren potentiell zerstörerischen (Raubbau-)Kräften sorgfältiger umzugehen.
Schatten und Überich Psychologisch hat Pluto-Saturn Bezug zum Überich: Kontrolle, Selbstverurteilung, überhaupt das Denken ist betont, es werden praktisch unerfüllbare Forderungen (gerade an einen selbst) gestellt - und (sich) nach einem 'Scheitern' ordentlich niedergemacht. Der 'Kopf' ist desöfteren angespannt, mag sich drückend (wie in der 'Zange') anfühlen; spontane Impulse und Regungen werden abgewehrt/ unterdrückt. Irgendwie wird negatives, traumatisierendes Schicksal (schwere Belastungen, Not, Leid, Mühsal, Krankheit) angezogen. Dies führt zu Zuständen von Deprimiertheit/ Hoffnungslosigkeit (u.U. zum Selbsthass). Dabei ist irgendwann zwangsläufig Schluss mit dem Projizieren, kann die Schuld nicht mehr nur bei anderen gesucht/ bestimmten Themen nicht ständig nur ausgewichen werden - denn (emotionaler) Müll ist aufgestaut, alte Geschichten/ unerledigte Geschäfte liegen schon lange und schwer auf dem Magen. Der Schatten, Verdrängtes, die Abgründe der Seele machen sich früher oder später bemerkbar (dürften gerade unter Uranus-Neptun hochkommen, und um der Zukunft willen sollte die Vergangenheit gründlichst aufgearbeitet werden), wobei solch Aufsteigen psychischer Energien angesichts der bisherigen inneren Abschottung mit ungeheuren (Verfolgungs-) Ängsten verbunden ist. Dann drohen Alpträume Wirklichkeit zu werden, hinter deren schrecklichem Žußeren sich jedoch ein wesentlicher, enorm wichtiger (nämlich quicklebendiger/ äußerst produktiver) Teil unserer selbst verbirgt - welcher gerade in seiner hässlichen/ verwunschenen Gestalt (liebend) angenommen, in das Bewusstsein integriert, nicht mehr nur mit aller Macht (im Innen oder Außen) bekämpft werden will.
Saturn/ Pluto - Situationen zwingen zur Stellungnahme (zu einem Standhalten statt Flüchten), zu klaren. eindeutigen Entscheidungen (die nie leicht, aber nach bestem Wissen und Gewissen zu fällen sind), zu einer grundsätzlichen und langfristigen Weichenstellung; es wird von einem Konsequenz verlangt, auch wenn diese schmerzhaft ist, ins träge Fleisch schneidet. Gefragt ist Wahrhaftigkeit, völlige Aufrichtigkeit, schonungslose Ehrlichkeit, eine ethische Stringenz/ moralische Integrität bzw. Sauberkeit (der Zweck heiligt nicht die Mittel!). Perspektivisch geht es Saturn-Pluto um eine geistige Höherentwicklung, welche u.a. der geduldigen, harten Arbeit an sich selbst bzw. an der eigenen Persönlichkeit bedarf. Fällig ist dabei an einem gewissen Punkt das Eingeständnis von Schuld, Schwäche, von begangenen Verfehlungen bzw. von Ohnmacht und Hilflosigkeit, die kompensatorische Maske des Starken/ Alleskönners abzulegen. (Kollektiv hat uns die luziferische Anmaßung des Homo Faber, dessen Ziel zu sein 'wie Gott', d.h. die schier unglaubliche Überheblichkeit des wissenschaftlich-technischen Menschen bzw. der Wahn von Machbarkeit und Herrschaft in die heute miserable bzw. aussichtslose Lage gebracht.) Wenn das Ego ('Kopf-Ich') die Waffen streckt, werden ungeheure Wandlungskräfte frei; paradoxerweise ermöglicht gerade eine Kapitulation wirkliches inneres Wachstum, ist der UntergangRosenkreuz des bewussten Ichs Voraussetzung der Selbstüberwindung/ der von uns verlangten neuen Bewusstseinsebene. Jede Form der Selbstbeschränkung und Entsagung bewirkt eine neue Seinsqualität: in biblischen Worten erzeugen Schmerz und Leid, das 'tägliche Sterben' (Paulus) wahres Leben, wird unter Anstrengung und Mühe das diamantene, unzerstörbare Selbst (s. Vajrayana) geschmiedet; bevor aus der Mitte/ dem Herzen des toten Holzes die Rose der Liebe erblühen kann, muss erst die mentale Kreuzigung, das Opfer des Ego-Tods auf dem 'Schädelberg' (Golgatha) dargebracht worden sein. Um ruhigen Gewissens aufgegeben/ richtig losgelassen werden zu können, als reife Frucht vom Baum zu fallen, muss das Ego allerdings erst voll entwickelt und ausgelebt werden, muss es (gerade in seinen Tücken) erfahren, vor allem klar und deutlich definiert und abgegrenzt sein; nur wenn bewusst ist, wer und was ich bin/ will und was nicht, kann das Ego sich erweitern, liebend öffnen für Fremdes bzw. Schattenhaftes. Wahrhaft christliche Liebe wäre die Lösung des Saturn/ Pluto - Themas - d.h. eine Liebe, welche auch die eigene Person mit einschließt ('liebe deinen Nächsten wie dich selbst'), eine Liebe ohne (geheuchelte) Selbstverleugnung, aber auch ohne Aufgeben der eigenen Würde (natürlich ohne falschen Dünkel), Liebe nicht als moralischer Imperativ (den wir in der europäischen Geistesgeschichte zur Genüge kennen, zuletzt im Gewande des sozialistischen Slogans 'Solidarität'), sondern als vielmehr lebendiges, instinktives, durch den 'emotionalen Tod' wachsendes, immer stärker werdendes Bedürfnis.

(* geschrieben im Mai 1993)

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