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| Die Jupiter/ Pluto - Konjunktion Ende 1994 gab erste Aufschlüsse, vermittelte einen Eindruck über die Richtung, welche Pluto im Schützen einzuschlagen gedenkt. (Die nächste Konjunktion der beiden Planeten findet 2008, am Ende dieser Plutophase statt.) Da Pluto erst seit seiner Entdeckung (1930) richtig wirksam, d.h. kollektiv bewusst ist, können wir aus seinen früheren Zeichendurchgängen nur bedingt Schlüsse ziehen. Aussagekräftiger für heute scheint sein letzter Aufenthalt in einem Feuerzeichen zu sein, nämlich der von 1939-1957 im Löwen. Für das Mundangeschehen wäre in jedem Fall noch
Uranus/ Neptun zu beachten (z.zt. seit
Entdeckung Neptuns dessen erster Steinbockaufenthalt sowie erste Konjunktion
mit Uranus). Der Aspekt klingt zwar momentan ab, wird jedoch wieder aktiv,
sobald Neptun in den Wasssermann tritt (1998) und zusätzlich Uranus
in die Fische (2004). Schütze wirkt auf sämtliche dem Pluto unterstellten Dinge anfeuernd, beschleunigt auch Auswüchse/ Fehlentwicklungen, bringt diese zum Überkochen, Überschießen. Er ist einerseits exzessiv, produziert Ausdehnung und übermäßiges Wachstum. Andererseits heilt und regeneriert er aber auch, stellt Ganzheit und Zusammenhang her, bringt Einsicht und Verstehen, ein höheres Bewusstsein. Die (plutonischen) Kräfte Erdbeben und Vulkanismus sind direkte Entsprechungen des äußersten Planeten. Einen Paukenschlag - pünktlich zum Zeicheneintritt - stellte das Erdbeben von Kobe dar. In die letzte Schützephase Plutos fiel das historisch stärkste Erdbeben von Lissabon (1.11.1755, 9 h 40 OZ, Pluto am Aszendenten). Anfang der 80er legte H. Taeger eine Übersicht vor, nach der bei Eintritt in den Löwen das opferreiche (zweitstärkste) Erdbeben von Kalkutta und zwei weitere schwere Erdbeben erfolgten. Jeder Zeichenwechsel Plutos war von heftigen Erdstößen begleitet. Das Jahr 1939 stößt uns auf den von Hitler entfesselten Zweiten Weltkrieg, den bisher verheerendsten ("leichenreichsten", "totalsten"), kombiniert mit dem Massenmord an Juden und Fremdrassigen (der "Endlösung") in den KZs. Das deutsche Expansionsstreben ging schließlich in einem infernalen Bombardement unter. Ein solcher Weltenbrand muss sich nicht unbedingt wiederholen; an verschiedenen Punkten der Erde (auf dem Balkan, im Kaukasus) brennt es allerdings schon lichterloh. In Anbetracht der aufgebauten Spannungen ist die Situation kritisch, gerade in der ehemaligen Sowjetunion nicht ungefährlich, eine Aufrüstung/ Zunahme von Vernichtungswaffen in den nächsten 14 Jahren zu befürchten. Brandkatastrophen können aber auch klimatisch, durch zu große Hitze entstehen (wie in Australien, Kalifornien); solcherlei Verwüstungen stehen vor dem Hintergrund eines ökologischen Ungleichgewichts. Eine klassische Pluto-Analogie ist die Kernkraft.
Ende 1938 gelang die erste Kernspaltung. Der Schütze wirft nun eine
große Menge an brennbarem Material auf den Markt; C. Weiss spricht
anschaulich vom "Pluto(nium) auf Reisen". Auch das Problem der
Entsorgung radioaktiven Abfalls (Endlagerung) wird drängender denn
je...
Der Mensch scheint sich erst nach Katastrophen wieder dem Glauben zuzuwenden (re-ligio = Rückbindung an den Urgrund des Seins). Dann wird das Böse, Furchtbare ins Gottes-Bild integriert, Gott ist nicht mehr nur "gut", sondern auch der uns der Sicherheit (= Stier, zweites Haus) Beraubende. Das Ringen mit Tod und Teufel, der Kampf zwischen Tugenden und Lastern dient dem Zweck, bessere Ziele und Perspektiven zu finden, den Geist für einen Aufschwung zu neuen Höhen zu beflügeln, sich nunmehr für das Richtige zu begeistern. Pluto im Schützen dynamisiert alles Dunkel-Schattenhafte,
verstärkt die Muster (Automatismen, Zwangsmechanismen) der Vergangenheit
bzw. "belohnt" uns mit deren umfangreichem Erbe. Mythologisch
wäre dies das Fegefeuer, eine Buße verbrochener Untaten und
Sünden, die große Reinigung/ Läuterung. Das größte Problem bei Pluto sind seine absoluten Setzungen, die daraus oft abgeleitete Radikalität, Fanatismus und Fundamentalismus. Sich zu berufen auf eine Idee oder geistiges Prinzip legitimiert Autorität (d.h. zu erwarten ist ein vermehrtes Auftreten von "Führerfiguren"), Dominanz und Macht, auch deren Missbrauch bzw. Manipulation. Terrorakte, Bombenattentate und Selbstmordkommandos gerade islamischer Extremisten dürften sich im Schützen häufen, Missionierungstendenzen, Hegemonial- (Weltherrschafts-) bestrebungen, Kolonialismus und Imperialismus zum Ausbruch kommen. Pluto betont und vertieft das "Schützige",
zerstört es (vordergründig) aber auch. Symptomatisch dafür
ist der Zustand der Kirche. Die Unzufriedenheit
mit ihr nimmt stetig zu, insbesondere die Kritik an der Kurie. Das verknöcherte,
dogmatisch-doktrinäre Weltbild der "Stellvertreter Gottes"
erfährt immer weniger Zuspruch (s. die massenhaften Austritte). (Plutonischer)
Stein des Anstoßes ist oft die kirchliche Sexualmoral, das Zölibat,
ihre Haltung zu Kondomen und Homosexualität. Oder hat der Papst recht,
und die Seuche Aids ist ein Strafgericht Gottes?
Wenn die inneren Negativa (Schattenprojektionen) auf die Reise gehen, ensteht schließlich Fremdenfeindlichkeit und Rassenhass... Pluto im Schützen stellt die internationale Zusammengehörigkeit, unsere Toleranz im Umgang mit Ausländern, Andersdenkenden bzw. fremden Kulturen auf den Prüfstand. So polarisierte beispielsweise die mediale Ausschlachtung des Simpson-Prozesses die Zuschauer in Schwarz und Weiß. Und die Tschetschenen werden von Moskau als Kriminelle, vom Westen als unschuldige Opfer bezeichnet, die Serben als eindeutige Aggressoren, usw. Kollektivpsychologisch schleudert die Konstellation verdrängte
Inhalte des Unbewussten ans Tageslicht. Wunschbilder und Begierden werden
intensiviert, bestialische Instinkte, längst vergessene Dämonen
erwachen, archaischer Schlamm, Unverdaut-Verknotetes (Komplexe) kommt
hoch. Das Problem der Altlasten (Stasi-Aktenberg, riesige Staatsverschuldung)
will bewältigt werden. In dem Ganzen stecken jedoch enorme Potenzen,
die Chance einer tiefgründigeren Vision, eines regenerierten
Mythos. Die Erkenntnis und Akzeptanz bisher abgelehnter Seiten
unserer selbst führt zu einem weniger verbrämten Selbstbild. (geschrieben 1995)
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