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Mittelalter
   
 
die befürchtete Sintflut
   

 

Aufgrund der Gegnerschaft des Christentums ging das "heidnische" Wissen der Antike im frühen Mittelalter verloren - auch die Astrologie. Bewahrt und weiterentwickelt wurde die Sternenkunde jedoch von den Arabern - von denen sie ab dem Jahre 1000 wieder in das Abendland zurückfloss. In der Folge versuchten Kirchenlehrer wie Thomas von Aquin und später auch Melanchthon eine Synthese zwischen Sternen- und Gottesglauben.
Renaissance und Humanismus entdeckten die hermetischen Schriften des Altertums wieder. Die alte Sternenlehre erlangte daraufhin generelle Anerkennung; Kaiser und selbst Päpste hielten sich Hofastrologen, machten sich vom Verlauf der Sterne regelrecht abhängig.
Astrologie wurde zu einer Art Grundlagenwissenschaft - eine Symbolsprache, welche die europäischen Gelehrten als unabdingbar erachteten für Medizin, Mathematik oder auch Physik. Dabei waren Sterndeutung (Astrologie) und Sternbeobachtung (Astronomie) noch untrennbar miteinander verbunden. Man ging grundsätzlich davon aus, dass von den Himmelskörpern Strahlen ausgingen, deren Wirkung sich auf sämtliches Leben auf der Erde erstrecke.
Das Volk glaubte fatalistisch an den - guten wie bösen - Einfluss der Gestirne; für diese Bedürfnisse wurden massenhaft Flugblätter, Jahreskalender ("Praktika") etc. gedruckt. So prognostizierten Astrologen etwa für das Jahr 1525 - wegen einer ungewöhnlichen Planetenballung in den Fischen - eine neuerliche Sintflut. Viele Menschen verkauften daraufhin ihr Hab und Gut; in Berlin begab sich gar der ganze Hofstaat vorsorglich auf den nahegelegenen Kreuzberg. Übermäßig viel Wasser fiel in besagtem Jahr zwar nicht - aber in Mittel- und Süddeutschland kam es zu den berüchtigten Bauernkriegen.
1484 sollte laut Astrologe Lichtenberger auch ein "Prophet" geboren werden - eine Vorhersage, die häufig auf die Person Luthers bezogen wurde.

 

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