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Die Sonne

beschreibt das äußere Verhalten, durch welches die persönlichen Anlagen, inneren Empfindungen usw. sichtbar bzw. verwirklicht werden. Das Zentralgestirn kennzeichnet die charakteristische Färbung, die typische Art und Weise unseres (Er-) Lebens und Gestaltens der Dinge, das Wie und Wo der zu machenden Erfahrungen. Es geht hier darum, die einem zur Verfügung stehenden Gaben schöpferisch aus sich heraus zu stellen.
Bei diesem Selbstausdruck ist den verschiedenartigsten, in der Regel miteinander konfligierenden Persönlichkeitsanteilen Rechnung zu tragen, gilt es - via Bewusstseinsarbeit - die eigene Mitte zu finden bzw. auszubilden. Ein solches Erreichen des "Selbst" gelingt nie auf Anhieb, bedarf vielmehr eines ausführlichen Entwicklungs- und Reifungsprozesses ("Durch-Lebens").

 

Die Sonne im Schützen

Gegeben ist viel Idealismus und Begeisterungsfähigkeit, von daher oft auch eine große Engagiertheit. Schnell entflammt/ für jemanden oder etwas schwärmend, besteht aber bei jedem "großen Wurf" die Gefahr einer Verausgabung; es stellt sich dann die Frage, ob der jeweilige "Schwung" tatsächlich auf festen Beinen stand, ob er auch länger anhalten kann. Nach außen wird von einer Sache (oder von sich selbst) recht überzeugt gewirkt, sich meist gut darzustellen (zu "verkaufen") gewusst - obwohl im Inneren nicht selten quälende Zweifel herrschen, das Selbstbewusstsein doch ziemlich angeknackst sein mag.
Desöfteren zieht einen die Ferne, locken exotische Reisen bzw. das Ausland generell. Ein weiter Horizont existiert zumindest in geistig-philosophischer Hinsicht (etwa auch ersichtlich an der ausgeprägten Toleranz). Dem "Sichauskennen" oder Bescheidwissen über Gott und die Welt ermangeln allerdings gerne die Details; dem exzellenten Über-Blick entgehen allzuleicht die (vertrackten) "Feinheiten"...
Das soziale Empfinden ist stark entwickelt, Hilfsbereitschaft bzw. Altruismus sind ein natürlicher (angeborener) Charakterzug. Mit Freuden wird etwas geschenkt, vorhanden ist eine beeindruckende Weitherzig- und Großzügigkeit. Gunstbeweise werden gerne verteilt - und erhalten: da relativ geradeheraus, offen und direkt, kommt man bei den Leuten im allgemeinen auch gut an, ist bei ihnen gerne gesehen ("beliebt"). Entsprechend steht auch das sog. "Vitamin B" ("Connections") zur Verfügung... (Da sich zu verstellen schwerfällt, kann es aber auch passieren, jemandem ziemlich undiplomatisch "auf den Schlips" zu treten!) Insbesondere eine Gruppe oder Gemeinschaft Geistesverwandter gibt einem enormen Auftrieb, steigert das Wohlgefühl; in Gesellschaft von Menschen geht es einem in der Regel eh besser.
Ein zentraler Punkt wäre der Glaube; oftmals liegt eine Art Religiosität vor, zumindest ein Ahnen um höhere Dinge. Das Wissen um übergreifende (auch ökologische) Zusammenhänge ist jedoch eher intuitiv-gefühlsmäßig, fast instinktiv zu nennen - und keineswegs nur orthodoxer, konfessioneller oder gar dogmatischer Natur! Das nach außen gezeigte Verhalten/ das Wirken und Schaffen in der Welt braucht einfach solch übergeordneter Bezugspunkte; das Tun bedarf grundsätzlich eines über einen selbst hinaus weisenden Motivs bzw. Ziels, einer fundamentalen Lebensperspektive, einer sinnvollen Aufgabenstellung oder Vision, eines Getragenseins von hohen Werten (von für kostbar Erachtetem). Bei jedweder Beschäftigung sollte deshalb ihre Sinnhaftigkeit zumindest im Hintergrund verspürt werden können, d.h. der gute Zweck der Sache sollte irgendwo erkennbar sein; es sollte nie nur ums Geldverdienen an sich gehen, sondern sich wenigstens auf lange Sicht für etwas für wichtig Erachtetes eingesetzt werden können.
Im Großen und Ganzen überwiegt der Optimismus in einem, wirkt eine positive Einstellung zu sich und zur Welt (auch bei anderen Menschen werden in erster Linie deren Vorzüge wahrgenommen). Bisweilen erfolgt aber buchstäblich "zuviel des Guten" - so dass dann nachzufragen wäre, ob gegebene Versprechen am Ende tatsächlich eingehalten werden können bzw. ob losgelassene Meinungen und Erklärungen auch wirklich fundiert und nicht bloße Lippenbekenntnisse sind... Prinzipiell heißt es bei jeglichem "Über-sich-hinaus-wachsen" aufzupassen, dass einem dabei nicht der Boden unter den Füßen abhanden kommt!
Speziell die eigenen Fehler und Schwächen (die sog. "Schattenseiten") gelte es nicht einfach schönfärberisch unter den Teppich zu kehren. Diese spielen für die persönliche Entwicklung und Reifung nämlich eine herausragende - d.h. letztlich konstruktive - Rolle; sie sind für die seelische Ganzheit bzw. Integration im Grunde unabdingbar. So ist beispielsweise die Sexualität nicht nur eine primitive, "schmutzig-triebhafte" Seite des Charakters - sondern will in ihrem Recht anerkannt, in gewissem Maße ausgelebt und (ausschließlich auf diesem Wege!) irgendwann sublimiert werden. Das typische Selbsturteil sollte weder zum Guten noch zum Schlechten hin übertreiben oder ausarten - was bedeutet, sich einerseits nichts Falsches einzubilden, sich bei einem "Versagen" aber auch nicht völlig niederzumachen bzw. gewisse Tendenzen in einem nicht in Bausch und Bogen zu verdammen...
Der Glaube an einen selber hat etwas Unschätzbares; er wäre der entscheidende Schlüssel zu Glück und Zufriedenheit im Leben; er ist der "allein seligmachende Wein"... Zu seiner Unterstützung und Absicherung muss er jedoch "gewürzt" sein mit einem kräftigen Schuss solider Ehrlichkeit. Und er bedarf - im mitunter trüben, trockenen und banalen Alltag - auch der Nüchternheit, Disziplin und Konzentration auf das wirklich Wichtige.

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