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Der Mond

kennzeichnet die jeweilige Orientierung und Färbung der Empfindungen. Der Erdbegleiter symbolisiert die (subjektive) Innenwelt - mit welchen Inhalten die Gefühlsregungen beschäftigt sind, wo bzw. bei wem wir uns beheimatet ("zuhause") fühlen, wie unsere Bedürfnisse und Wünsche ihre Erfüllung suchen und finden. Insbesondere steht der Mond für Kindheitserinnerungen, allgemein für das Kindhafte in einem, für das eigene Wesen bzw. die Identität - darüber hinaus beim Mann für sein unbewusstes Frauenbild, bei der Frau für ihr Verhältnis zur Mutterrolle.

 

Der Mond in den Zwillingen

Denken und Intelligenz sind hervorgehoben, vorhanden viele Ideen, eine flexible Auffassungsgabe, ein gutes Begriffs- bzw. Abstraktionsvermögen. Aufgeschlossen und wissensdurstig, an der Umgebung interessiert, bereitet es einem (normalerweise) Vergnügen/ regelrecht Lust, über Aktuelles informiert zu werden, bzgl. momentaner Geschehnisse auf dem Laufenden zu sein.
So kennen einen andere auch oft als aufgeweckten und "witzigen Typen", immer gern zu einem Späßchen aufgelegt, mit einer gewissen Begabung zum Entertainer... Das Gemüt hat in der Tat etwas Lockeres, etwas herzerfrischend Unbekümmertes an sich, ist im Innersten von naiver, burschikos-jugendhafter Neugier, d.h. im Grunde genommem unproblematisch ("pflegeleicht"). Diese Seite der Persönlichkeit kommt allerdings nur dann zum Tragen, wenn dem Gefühlsbereich keine allzu großen (deprimierenden) Einschränkungen widerfahren, wenn die Innenwelt nicht übermäßig unterdrückt oder gemaßregelt wird.
Das Mitteilungsbedürfnis ist groß. Redselig möchte am liebsten drauflos geplappert/ berichtet werden, was in einem vorgeht, beispielsweise zu telefonieren und zu erzählen, was gerade los ist. Zwischenmenschlichen Kontakten kommt überhaupt eine wichtige Funktion im Leben zu; die Geborgenheit bei Bekannten wird genau zu diesem Zweck gebraucht und gesucht. Die Gretchenfrage bei alledem wäre, ob auch einsame Situationen verkraftet, ob Phasen des Alleinseins einigermaßen über die Bühne gebracht werden können. Falls gerade kein vertrauter Ansprechpartner zur Verfügung steht bzw. falls das Artikulieren einen bewegender Dinge - z.B. wegen innerer oder äußerer Widerstände/ Hemmungen - nicht möglich erscheint, kann es einem nämlich ziemlich schlecht gehen.
Beim Vertreten einer Position, beim Darstellen irgendwelcher (fast beliebiger) Inhalte wird leider die Befangenheit (Subjektivität) der eigenen Meinung meist kaum gesehen. Objektivität und Selbstdistanz fallen schwer - die Wahrnehmung ist ja bzgl. des psychologischen Schattens nicht so geschult. Der Nutzen einer Reflexion über existierende dunkle ("blinde") Seelenflecken liegt jedoch auf der Hand - Selbsterkenntnis dient der charakterlichen Reifung! Generell bringt jede Relativierung des eigenen Standpunktes ein Stück mehr Abgeklärtheit...
Heikel und problematisch wird es, wenn der "Kopf" glaubt, andere Dimensionen der Welt einfach ignorieren bzw. "wegreden" zu können. Denn bloß mit dem Verstand lassen sich nicht sämtliche Dinge zwischen Himmel und Erde begreifen oder erklären! Besinnung täte bisweilen not bzw. eine meditative Schau; Logik und Rationalität gelte es auch mal beiseite zu stellen - u.a. um nach innen zu "lauschen", um sich bewusst auf Gefühlsangelegenheiten einzulassen.
Hinweise auf tiefergehende emotionale Unstimmigkeiten wären das Auftreten von Unruhe und Nervosität oder Flatterhaftigkeit, sich über Lappalien aufzuregen sowie eventuelle Konzentrationsstörungen (ein geistiges Abdriften). Kritisch werden kann insbesondere Langeweile - die deshalb gefürchtet, ja gehasst wird, und stattdessen lieber eine Ablenkung ("Zerstreuung") gesucht, der Geist mit irgendwelchen Oberflächlichkeiten beschäftigt wird (billigen Illustrierten, "Kreuzworträtseln", Tratsch).

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