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Der Mond

kennzeichnet die jeweilige Orientierung und Färbung der Empfindungen. Der Erdbegleiter symbolisiert die (subjektive) Innenwelt - mit welchen Inhalten die Gefühlsregungen beschäftigt sind, wo bzw. bei wem wir uns beheimatet ("zuhause") fühlen, wie unsere Bedürfnisse und Wünsche ihre Erfüllung suchen und finden. Insbesondere steht der Mond für Kindheitserinnerungen, allgemein für das Kindhafte in einem, für das eigene Wesen bzw. die Identität - darüber hinaus beim Mann für sein unbewusstes Frauenbild, bei der Frau für ihr Verhältnis zur Mutterrolle.

 

Der Mond im Widder

Gegeben ist ein frischer, kühn-forscher Gefühlston, im Grunde Entschlussfreude (auch wenn andere Tendenzen dagegen sprechen); vorhanden ein großer Drang nach Aktivität. So wird am liebsten direkt reagiert, schnell, unwillkürlich und impulsiv, d.h. miunter leider auch unüberlegt und voreilig. Als Kind hitzköpfig und wild, von den Erziehungspersonen nicht einfach zu handhaben, bleibt die Erregbarkeit/ eine Neigung zum Aufbrausen, Sich-Aufregen und -Ärgern bis ins Erwachsenenalter erhalten - und sollte nicht in jedem Falle unterdrückt werden...
Die emotionale Einstellung ist eine kämpferische, d.h. sich als streitbar und wehrhaft zu empfinden, seine Stellung und Identität glauben verteidigen/ behaupten zu müssen. Bezeichnenderweise gab und gibt es im Leben immer wieder heftige Konflikte und Auseinandersetzungen, insbesondere im privat-familiären Bereich bzw. in den intimen Beziehungen. Damit verbunden sind oft auch schmerzliche Empfindungen und Erinnerungen, sowie - in der Folge - eine erhöhte Verletzbarkeit (was einige der etwas merkwürdigeren Verhaltens- bzw. Schutzmechanismen erklärt).
Mit der Zeit hat man (einigermaßen) gelernt, seinen Impulsen nicht gleich stattzugeben, auf einstürmende Reize und Provokationen nicht mehr unmittelbar zu antworten. Im Prozess des Aufwachsens hieß es schließlich an sich zu arbeiten, sich um Selbstdisziplin zu bemühen, um Geduld und Beherrschung. Solche "erlernten Tugenden" sollten allerdings nicht zu zwanghaften Mechanismen der Selbstkontrolle ausarten - dann wird nämlich innere Missstimmung produziert, richten sich auftretende bzw. aufgestaute Aggressionen zwangsläufig nach innen/ gegen einen selbst, dann ist einem nicht mehr wohl in der Haut...
Wenn es "juckt", dürfen die Gefühle auch mal laufen gelassen, die Emotionen ab und an ausagiert werden! Generell gilt es seine "Egoismen", all jene Unvollkommenheiten und Schwächen, die - wenn auch infantilen, kindischen - Wünsche und Bedürfnisse des Gemüts möglichst zu akzeptieren; und zwar so wie sie nunmal sind. Dies würde dem Selbstgefühl ungemein helfen - vor allem aber lässt solche Selbstakzeptanz die "innere Quelle" (= Lebensfreude) nicht versiegen, erhält sich so die für einen typische aufgeweckte Art, die ureigene Lust und Neugier auf die Welt.

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