zurück zu den Vorbemerkungen

 

 

Das Medium Coeli (die Himmelsmitte),

zeigt das "Ergebnis" eines Horoskopes, die Bestimmung, Aufgabe und das Lebensziel einer Person. Ablesbar ist hier die Richtung des seelischen Reifungsprozesses, wohin jemand will, wie die Lösung der inneren Gegensätze, Konflikte und Spannungen etwa aussieht, auf welche Eigenschaften es letztlich ankommt bzw. welche Qualitäten zu entwickeln nötig wären.
Als höchster Punkt im Horoskop sagt die Himmelsmitte auch viel über die Bedeutung und Funktion, die man in der Welt einnimmt - allerdings mehr über die BerufUNG als über die konkreten Arbeitstätigkeiten.

 

Die Himmelsmitte (das MC) im Wassermann

Als Individualist, eigenwillig und unkonventionell, braucht man beruflich viel Abwechslung, muss periodisch eine gänzlich neue Richtung eingeschlagen werden können. Auf Arbeit - aber nicht nur dort - kommt es entsprechend häufig zu Wechseln oder Unterbrechungen. Kontinuität, an einer Sache dranzubleiben, fällt ja nicht gerade leicht. Vielleicht hilft es deshalb, die Aufmerksamkeit zu verteilen, mehrere Jobs gleichzeitig oder parallel am Laufen zu haben. Gegeben ist in jedem Falle eine erstaunliche Vielseitigkeit, die Fähigkeit speziell zur Kombination und Koordination unterschiedlichster Ebenen, d.h. komplexe (vielschichtige) Sachgebiete zu bewältigen. Herausragend sind Flexibilität und Spontaneität, Reaktionsschnelligkeit und Improvisationsgabe!
Erfinderisch, originell bzw. innovativ, können ungewohnte Wege beschritten, prinzipiell neue Möglichkeiten oder Varianten entdeckt werden. Vorhanden sind Weltoffenheit und Aufgeschlossenheit, es herrscht grundsätzlich ein modernes, fortschrittliches Denken, eine große Verbundenheit mit dem Zeitgeist. Der Glaube, irgendwann als Reformer an der Entwicklung künftiger Strukturen beteiligt zu sein, ist kein bloßes Hirngespinst! Die persönlichen Utopien oder Ideale wollen und sollen tatsächlich in die Praxis/ in die konkrete Realität umgesetzt werden.
Eine gewisse Gefahr stellen allerdings Nervosität, Unruhe und Hektik dar - und zwar von unbewussten Spannungen herrührend. Mit der leidigen Ablenkbarkeit oder Konzentrationsstörung (welche je nach Blickwinkel eine "Risikoneigung" oder "Zerstreutheit" ist) können einem außerdem ziemlich dumme, ungeschickte Fehler bzw. Missgeschicke passieren. Am unangenehmsten ist jedoch die chronische Entscheidungsunsicherheit, eine Art genereller Instabilität. Typischerweise ist der Lebenslauf ja gekennzeichnet von Trennungen und Brüchen... (Um dramatischen Erschütterungen vorzubeugen, käme es zuvorderst darauf an, seine Affekte zu beherrschen - etwa Aufregung und Ärger eben gerade nicht zwanghaft runterzuschlucken.)
Die klassischen Klischees und Stereotypen der Arbeitswelt, festgelegte und standardisierte Rollen überhaupt, passen nicht so recht zu einem. Angesagt wäre ein weniger streng geregeltes Beschäftigungsverhältnis bzw. idealerweise eine berufliche Selbständigkeit. Freiheit und Unabhängigkeit im Tun und Wirken sind unabdingbar, ein permanentes Eingespanntsein in Verpflichtungen wird nicht sonderlich gut vertragen; "eingeengt" zu sein (auch durch geliebte Menschen) stellt ein wahres Greuel dar. Am Arbeitsplatz ist deswegen jegliche Unterordnung heikel und konfliktträchtig; Beaufsichtigung und Kontrolle irritieren einen, wirken sogar bedrohlich. Jede Form von Autorität wird unbewusst abgeschüttelt - d.h. sich im Grunde von niemandem etwas sagen lassen bzw. ausbrechen zu wollen aus "Käfigen der Bevormundung"...
Gestellte Aufgaben gelte es deshalb möglichst alleine oder - als Priorität - in einem Team/ Kollektiv zu erledigen, zusammen mit Gleichgesinnten bzw. Freunden (ohne einen expliziten "Chef" an der Spitze). In einer Gruppe kämen die persönlichen kreativen Potentiale (u.a. die Intuition) eh am besten zum Tragen, kann die zueigene Kraft und Herzenswärme relativ unkompliziert eingebracht werden. Zu einer brüderlich-kameradschaftlichen Ebene zu finden - ein Gleicher unter Gleichen zu sein, trotz aller individuellen Besonderheiten - ist von entscheidender Bedeutung. (Ein emanzipiertes Verhältnis wäre im übrigen auch in der Partnerschaft anzustreben.) Jegliches Herrschergebaren ("den Macker spielen") bringt auf die Dauer nichts; falschen Stolz und Eitelkeit, Überheblichkeitsgefühle, usw. hieße es zu überwinden. Wichtig ist, sich auch kritisieren und infragestellen zu lassen, d.h. eine gewisse Selbstdistanz zu gewinnen, sozusagen über den eigenen Empfindlichkeiten zu stehen...
Doch Vorsicht, dass die unvermeidlichen Reibungen und Auseinandersetzungen innerhalb einer Gemeinschaft nicht zu ständiger innerer Missstimmung führen! Tückisch ist in diesem Zusammenhang insbesondere die Neigung des Verbrämens ("Verkleisterns") von Widersprüchen, die untereinander vorhandenen Gegensätze (auch solche zwischen Innen und Außen, Form und Inhalt) harmonistisch zu übertünchen. Bei aller Kumpelei oder Kollegialität sollten Negatives und Problematisches bzw. aufkommende Aggressionen keinesfalls unter den Teppich gekehrt werden!
Absolute Sicherheit gibt es nie und nirgends - weder im Materiellen noch im Ideellen, und auch nicht in zwischenmenschlicher Hinsicht. Derlei Erkenntnis macht vielleicht Mut zur stetigen Veränderung, bereit zu sein für die im Leben immer wieder fälligen Umstellungen. Ein Lebensziel liegt ja darin, das richtige äußere Gefäß zu finden für die persönliche Einmaligkeit (eine geeignete Form, mit der sich u.a. auch alle Unzufriedenheiten kanalisieren lassen).
Letztlich geht es um eine Integration oder Synthese der so verschiedenartigen, scheinbar nicht zueinander passenden Seiten der eigenen Psyche. Aufzustellen hieße es ureigene und stimmige, nur mir selbst gemäße Richtlinien, d.h. mich freizumachen von fremden Erwartungen (des Partners, der Eltern oder der Gesellschaft) - jenen Normen darüber, wie das Leben zu sein, in welchen ("geordneten") Bahnen es zu verlaufen habe... Das Erreichen persönlicher Einzigartigkeit bedarf im Endeffekt immer eines Sprungs aus den bisherigen Gleisen, erfordert ein konsequentes (bisweilen sogar fluchtartiges) Verlassen erstarrter Rahmenbedingungen. Solches kommt schließlich jedoch allen Beteiligten zugute. Denn wem oder was nützt ein Steckenbleiben in festgefahrenen Situationen ("Sackgassen"), ein Verharren in verhärteten - oder gar verlogenen - Strukturen?

zu den Mittelalter-Texten

 

zu den mittelalterlichen Deutungstexten