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Das Medium Coeli (die Himmelsmitte),

zeigt das "Ergebnis" eines Horoskopes, die Bestimmung, Aufgabe und das Lebensziel einer Person. Ablesbar ist hier die Richtung des seelischen Reifungsprozesses, wohin jemand will, wie die Lösung der inneren Gegensätze, Konflikte und Spannungen etwa aussieht, auf welche Eigenschaften es letztlich ankommt bzw. welche Qualitäten zu entwickeln nötig wären.
Als höchster Punkt im Horoskop sagt die Himmelsmitte auch viel über die Bedeutung und Funktion, die man in der Welt einnimmt - allerdings mehr über die BerufUNG als über die konkreten Arbeitstätigkeiten.

 

Die Himmelsmitte (das MC) im Schützen

Vorhanden ist Naturliebe und -verbundenheit, gerne durch Wiesen und Wälder zu schweifen. Auch die Ferne, das Ausland lockt, es besteht Reiselust, ein Interesse an fremden Sprachen. Der geistige Horizont ist in jedem Falle weitgesteckt, die Dinge werden in einem größeren Zusammenhang gesehen. Einsichten zu gewinnen über die Welt, das Erkenntnisstreben überhaupt, spielt eine bedeutende Rolle.
Daneben wäre wichtig, sich für jemanden oder etwas zu engagieren. Gegeben sind hehre Ziele und Werte, mitunter gar ein ausgeprägtes Missions-/ Sendungsbewusstsein. Dabei werden die Leute jedoch nicht indoktriniert: es überwiegt stets die Toleranz, d.h. den Menschen ein hilfreicher und verständnisvoller Gönner zu sein, es herrscht ein integrer, vertrauenswürdiger und verantwortungsbewusster Umgang mit ihnen. Auffällig ist speziell die Begabung für Karitatives, für Heilung und Medizin, andere in ihren Schwierigkeiten aufbauen und unterstützen, sie wieder auf die Beine bringen zu können (selbst wenn es einem selbst gerade nicht so gut geht).
Leider herrscht oft eine Unzufriedenheit mit der derzeit von einem ausgeübten Funktion, mit dem ach so lästigen "Kleinkram", usw. Die einem übertragene Aufgabe soll nämlich am liebsten nichts mit den "Niederungen" eines (nüchternen und banalen) Alltagsgeschäfts zu tun haben. Man fühlt sich zu "Höherem" berufen, entsprechend von der Umwelt nicht richtig anerkannt, in seinen Fähigkeiten unterschätzt. Typisch ist eh, nicht so aus sich heraus zu können; der "große Wurf" will einfach nicht gelingen. Immer wieder wird an die Grenzen des Möglichen gestoßen, stellt es sich in der Theorie anders dar als vor Ort (in der konkreten Praxis), oder wischt einem "der Fehlerteufel" eins aus...
Niederlagen werden meist nur schmerzlich weggesteckt. Doch gilt es nicht gleich desillusioniert den Kopf hängen zu lassen bzw. die Flinte ins Korn zu werfen, wenn es mal nicht so gut läuft - vielmehr die Hoffnung auf bessere Zeiten nie aufzugeben! Und die Bewertungen von außen wären als nicht so maßgeblich zu nehmen. Aber das Problem liegt sowieso mehr in der (übertriebenen) Selbstabwertung...
Beruflich wäre eine Perspektive (zu haben) entscheidend. Und natürlich, nur solches zu tun, was den eigenen Überzeugungen tatsächlich auch gemäß ist. Über allem im Leben schwebt mehr oder weniger die SINNFRAGE: wird diese ausgeklammert, entstehen Krisen und Depressionen, versiegen die zueigene Begeisterung und Dynamik!
Nützlich, um nicht zu sagen ideal, wäre eine Art von Religiosität, über eine tragfähige Lebensphilosophie zu verfügen bzw. sich eine solche zu erarbeiten. Diese müsste umfassend ("rund") sein, sollte keinesfalls einen blinden Zweckoptimismus darstellen, d.h. in der Lage sein, auch Problematisches, Dunkel-Schattenhaftes (sog. "Böses") zu integrieren. Nur eine ganzheitliche Weltanschauung hält, was sie verspricht, ermöglicht auch in schwachen Stunden an die eigene Bestimmung zu glauben! Die Behandlung sogenannter Gewissensfragen lässt sich praktisch eh kaum vermeiden, sich auseinanderzusetzen mit "gut" vs. "schlecht", "richtig" und "falsch". (Nicht nur in diesem Kontext sind übrigens Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit lohnende, dem Wohlergehen und Befinden langfristig förderliche Tugenden.)
Die typische innere Skepsis, die kritischen Stimmen der Seele sollten dabei schon zu Wort kommen dürfen, nicht ignoriert oder verdrängt werden. Das oft so leidige "mentale Störfeuer" hat in der Regel ja durchaus seine Berechtigung; dahinter steckt normalerweise emotional Ungelöstes. Wenn allerdings endlos reflektiert, nur im Kreise überlegt ("gegrübelt") bzw. "auf psychisch" gemacht wird, wäre der innere Dialog ein Symptom dafür, dass die grundlegenden Bedürfnisse nach zwischenmenschlichem Kontakt nicht befriedigt wurden (erst recht, wenn es zersetzend spricht, "bringt ja doch alles nichts").
Da im Grunde eine lustige Natur, von heiterem und frohem Gemüt, ein Spaßvogel, der gerne und viel lacht, ist es sozusagen überlebenswichtig, (täglich) mit seiner Umgebung einen lockeren und unbeschwerten Plausch zu halten. Wird diesem Herzenswunsch nach Kommunikation stattgegeben, verfliegt die berüchtigte Nervosität und Langeweile, muss keine Ablenkung und Zerstreuung mehr gesucht werden ("hat die gute Seele Ruh"). Dann ist die Luft gefühlsmäßig frei - um den eigentlichen Weg zu beschreiten, um der wahren Berufung nachzugehen. Aus deren Sicht gilt es nun vor allem Maßhalten zu lernen und die eigenen Grenzen zu erkennen. Verlangt wird von einem, seinen (Über-) Eifer und Schwung ein Stück weit zu bremsen, sich selbst zurückzuhalten/ gewissermaßen an die Leine zu nehmen (dass "keine Pferde durchgehen"). Selbstkontrolle und -disziplin dienen vor allem dem Zweck, die zur Verfügung stehendenen Ressourcen nicht unnütz zu vergeuden, seine Kräfte zu dosieren (um nicht als "Strohfeuer" zu enden), sich jeweils zu konzentrieren auf das wirklich Wesentliche und Wichtige.
Die Welt lässt sich nunmal nicht "im Sturm erobern". Jeder dauerhafte Erfolg will erarbeitet sein - durch ein besonnenes Vorgehen, Schritt für Schritt. Abwartenkönnen bzw. Geduld sind ausgesprochen fruchtbare Qualitäten; und positiv betrachtet, wächst die Persönlichkeit am optimalsten gerade unter den schwierigsten Bedingungen, bei den härtesten Notwendigkeiten... Seine Ideale Form annehmen zu lassen, den geeigneten Rahmen für sie zu finden, ist in der Tat kein leichter Job. In dieser Richtung sich stetig weiter zu bemühen brächte jedoch die gesuchte Befriedigung und Erfüllung (schließlich ist der Weg das Ziel).
Aber nicht vergessen: Denken und Verstand reichen immer nur bis zu einem gewissen Punkt. Jenseits dessen heißt es sich (vertrauensvoll) höheren Mächten zu überantworten. Nicht alle Dinge zwischen Himmel und Erde lassen sich mit Worten erklären bzw. in Formeln und Begriffe pressen! Vorsicht, dass keine inhaltsleeren Worthülsen (Phrasen) überhand nehmen, dass nicht hohles Zeug "gequatscht", d.h. Kostbares zerredet wird. Letztlich zählt alleine der Glaube, kein Wissen oder Beweisen.

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