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Das Medium Coeli (die Himmelsmitte),

zeigt das "Ergebnis" eines Horoskopes, die Bestimmung, Aufgabe und das Lebensziel einer Person. Ablesbar ist hier die Richtung des seelischen Reifungsprozesses, wohin jemand will, wie die Lösung der inneren Gegensätze, Konflikte und Spannungen etwa aussieht, auf welche Eigenschaften es letztlich ankommt bzw. welche Qualitäten zu entwickeln nötig wären.
Als höchster Punkt im Horoskop sagt die Himmelsmitte auch viel über die Bedeutung und Funktion, die man in der Welt einnimmt - allerdings mehr über die BerufUNG als über die konkreten Arbeitstätigkeiten.

 

Die Himmelsmitte (das MC) in den Zwillingen

Die gespielte Berufsrolle ist normalerweise nicht eindeutig oder ein für allemal festgelegt. Es gibt diesbezüglich nichts "Maßgeschneidertes", sondern durchaus Variationsmöglichkeiten, eine gewisse Bandbreite bzw. Flexibilität; ausgeübt werden auch vorübergehende Tätigkeiten. Nicht selten gilt der Beruf sogar eher als "Job", als ein Mittel zum Zweck.
Der Begabungen sind viele: Zum einen existiert da ein gewisses pädagogisches Geschick, d.h. Inhalte sachgerecht darstellen, sie handlich "verpacken" bzw. anderen gut vermitteln zu können, evtl. mithilfe diverser Medien. Die Ader für Schriftliches mag bis ins Wissenschaftliche gehen, in den Bereich von Forschung und Lehre. Betont ist ganz allgemein das Verbale (nicht auf den Mund gefallen zu sein), auch Fremdsprachliches. Ebenso das Soziale, d.h. Kontakte und Kommunikation (Blockaden in dieser Hinsicht gelte es zu bearbeiten und möglichst zu überwinden). Ein weiteres lohnendes Gebiet ist die Technik, gerade die Datenverarbeitung; und nicht zu vergessen die kaufmännischen und handwerklichen Fertigkeiten. Die gegebenen mannigfachen Interessen bergen aber auch die Gefahr einer Zerstreuung und Zersplitterung, d.h. sich leicht ablenken zu lassen vom Eigentlichen und Wesentlichen bzw. von dem ursprünglich Beabsichtigten...
In der Regel handelt es sich jedenfalls um eine Tätigkeit, die Intelligenz und "Köpfchen" erfordert, bei der es der Vernunft und Logik bedarf bzw. viel an Nachdenken und Überlegen. Die permanente Fortbildung, der Eifer zur andauernden Wissenserweiterung (Magazine und Bücher zu wälzen, etc.) ist allerdings nicht nur berufsbezogen: sich auf dem Laufenden zu halten, sich zu informieren über den aktuellen Stand von Entwicklungen (ein "lebenslanges Lernen und Studieren"), gehört gewissermaßen zum Charakter.
Der Intellekt ist im Verhältnis zu anderen Seiten der Persönlichkeit überbetont - somit das Alltagsstreben gern auf allzu Vordergründig-Kurzfristiges gerichtet, an weltlichen Symbolen bzw. äußerlichen Werten oder gar an der gesellschaftlichen Etikette orientiert (am guten Ton bzw. an dem, was sich gehört) - auch in seiner Verkleidung als Sarkasmus oder Zynismus... Dabei kommt das Emotionale üblicherweise zu kurz, wird die Sphäre der Triebe und Affekte leider tendenziell unterdrückt. In schmerzlicher Diskrepanz zwischen "Kopf" und "Bauch" gewähren die Einstellungen des "Oberstübchens" den Herzenssehnsüchten oft nicht genügend Raum, wird das Fühlen und Empfinden von den "rationalen Erwägungen", etc. nicht gebührend berücksichtigt. (Es käme darauf an, dass eine echte Identifikation mit den jeweils gesetzten Zielen stattfindet, dass die gehegten Ambitionen sich in der Tiefe im Einklang befinden mit den zueigenen Werten und Überzeugungen!)
Nüchtern betrachtet, wird der eigentlich unermessliche Reichtum des Gemütes viel zu wenig genutzt... Die Wurzeln von Erfüllung und Sinn, Glück und Wohlgefühl liegen jedoch im Innenbereich bzw. im Privat-Familiären. Dort herrschen interessanterweise meist auch eine ausgesprochene Größe und Toleranz, eine regelrechte Gönnerhaftigkeit (anstatt spitzfindiger Mäkelei und Kleinkariertheiten). Dummerweise wird bewusst eine eher coole Sachlichkeit gezeigt, der "Realist" herausgekehrt, der "Zweifler" kundgetan - während unter der Oberfläche ein frohes und unverbesserlich optimistisches Gefühlsleben wogt, ein (irrationaler) Glaube an das Gute in der Welt und im Menschen. Ideale und Träume hochhaltend, steckt das Unbewusste voller Hoffnungen und Erwartungen bzw. schweift gerne in die Ferne!
Das Psychische heißt es in seinem Gewicht und in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen. Die bisweilen heftigen Gefühlsaufwallungen (wenn einem "die Pferde durchgehen") wollen gerade auf diesen Bereich aufmerksam machen. Ein Problem stellt in diesem Zusammenhang insbesondere das Selbstwertgefühl dar, das (desöfteren negative) Selbsturteil - d.h. im Grunde eben doch nicht so recht an sich zu glauben (was auch Lachen und Humor bzw. eine demonstrative gute Laune kaum übertünchen kann)... Dieser heikle Punkt muss irgendwie bewerkstelligt werden - soll die weltliche Betriebsam- und Geschäftigkeit schlussendlich positive Resultate zeitigen.
Der beste Weg zu einer Zufriedenheit mit sich selbst wäre schlichtweg Selbsterkenntnis: seine exzellente Reflexionsfähigkeit nach innen zu lenken, die zueigenen Licht- wie Schattenseiten besser zu verstehen, sowie diese schließlich zu akzeptieren, so wie sind, seine ungestillten emotionalen Wünsche und Bedürfnisse zumindest wahrzuhaben (in all ihrer "primitiven" Nacktheit), aber auch die unzweifelhaft in einem vorhandenen Kostbarkeiten und Potenzen. Dabei hieße es u.a., die Existenz von Dingen anzuerkennen, die über den bloßen Verstand hinausreichen... Am Ende geht es um die seelische Integration, um eine charakterliche Ganzheit - d.h. Kritik und Skepsis generell zu versöhnen mit Glauben und Vertrauen; vor allem aber Achtsamkeit und Gespür zu entwickeln für die allzeit in einem sprechende "innere Stimme", diese überhaupt wahrzunehmen (man muss ja nicht immer auf sie hören)!

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