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Das Medium Coeli (die Himmelsmitte),

zeigt das "Ergebnis" eines Horoskopes, die Bestimmung, Aufgabe und das Lebensziel einer Person. Ablesbar ist hier die Richtung des seelischen Reifungsprozesses, wohin jemand will, wie die Lösung der inneren Gegensätze, Konflikte und Spannungen etwa aussieht, auf welche Eigenschaften es letztlich ankommt bzw. welche Qualitäten zu entwickeln nötig wären.
Als höchster Punkt im Horoskop sagt die Himmelsmitte auch viel über die Bedeutung und Funktion, die man in der Welt einnimmt - allerdings mehr über die BerufUNG als über die konkreten Arbeitstätigkeiten.

 

Die Himmelsmitte (das MC) im Widder

Potentiell vorhanden sind Tüchtigkeit und Eifer, Ehrgeiz und eine große Leistungsfähigkeit, d.h. ordentlich "ranklotzen" zu können. Frauen zeigen bzgl. Karrieredingen gern männliche Züge, sind recht aktiv, in der Welt sich behauptend. Nur schlecht kann "verloren" werden; es herrscht Angst vor einem "Versagen" – vor einer Bestrafung durch das (negative) innere Vaterbild. In solchem Zusammenhang sind oft auch der Fleiß und das sich Nützlichmachen zu verstehen - nämlich als unbewusstes Streben nach äußerer Anerkennung.
Empfundener Druck führt u.U. dazu sich zu übernehmen, sich zuviel aufzubürden, was dann umschlagen kann in eine regelrechte "Faulheit", Trägheit bzw. Lustlosigkeit. Wichtig wäre, seine "Power" überhaupt irgendwo reinstecken zu können, auf einem Gebiet initiativ zu werden, dort gewissermaßen als Pionier entscheidende Anstöße und Impulse zu geben. Aufgegeben ist, in der Öffentlichkeit Akzente zu setzen (beispielsweise in Form einer eigenen Existenz), für eine Sache richtiggehend zu kämpfen, sich mutig in der Welt zu bewähren, d.h. notfalls auch mal die Zähne zu zeigen oder mit den Ellbogen zu arbeiten...
Direktheit, Eindeutigkeit und Entschlossenheit sind Tugenden, die es zumindest langfristig zu entwickeln gelte - so schwer sie fallen mögen. Eine konsequente Haltung wäre gut, gerade hinsichtlich des für notwendig und richtig Erachteten, vor allem aber (berechtigt) auch etwas fordern und verlangen zu können, Herausforderungen anzunehmen - sowie entsprechend konfliktbereit zu sein. Denn Aggression ist an und für sich sich ja nichts Negatives! Insbesondere wenn eingebettet in einen passenden Rahmen, kann Streiten durchaus konstruktiv sein. Und ähnlich verhält es sich mit einem gesunden Egoismus: Das Ego muss in der Welt schlichtweg zum Zuge kommen können, selbst auf die Gefahr eines vordergründigen oder einseitigen Agierens hin, eines Brüskierens oder gar Verletzens anderer. Übertriebene Rücksichtnahme ist in der Regel Ausdruck von innerer Schwäche bzw. einer emotionalen Abhängigkeit - "Verantwortungsbewusstsein" hin oder her...
In der Tat werden einem Erfolge nicht leicht gemacht im Leben, das Erreichen eines Zieles wird meist behindert oder erschwert. Ständig treten irgendwelche Hürden und Anfeindungen auf den Plan. Immer wieder spielen aber auch seelische Ursachen eine große Rolle bei den Hemmnissen bzw. bei dem Auftreten von Zögerlichkeit!
Doch sollte einen solches erst recht anspornen, sich "durchzubeißen" und "durchzuboxen", sich nicht hängen oder unterkriegen zu lassen, den äußeren wie inneren "Schweinehunden" Paroli zu bieten... Es ist nunmal so: die Persönlichkeit wächst an Schwierigkeiten am meisten, erst an Widerständen lässt sie sich tragfähig wieder aufrichten; vermeintliche Niederlagen verkehren sich gar in ihr Gegenteil, wenn es gelingt, Selbstkontrolle und Disziplin zu entwickeln! Letztlich ginge es darum, den Willen zu schulen, seine Konzentrationsfähigkeit zu trainieren, somit Selbstbewusstsein aufzubauen, Kraft und Stärke.
Eine nicht zu unterschätzende Gefahr stellt allerdings die Selbstunterdrückung dar – im Gefolge des Widerstreites von Verstand und Emotion. Da im Grunde eine weiche und sensible Natur, verletzlich, beeinfluss- und steuerbar, Stimmungsschwankungen unterworfen usw., ist ein "rigoroses Durchgreifen" nicht immer angebracht, kann solches auch auf Kosten des eigenen Seelenfriedens gehen. Hinzu kommt privat noch eine ausgesprochene Partnerbezogenheit bzw. ein großes Liebes- und Harmoniebedürfnis...
Eine Lösung bzw. Vereinbarkeit dieser gegensätzlichen Seiten fände sich beispielsweise in einem engagierten Einsatz für die Mitmenschen, das Soziale als Motivation oder Triebkraft zu nehmen; oder aber darin, in seinen Beziehungen harte (aber faire) Auseinandersetzungen nicht zu scheuen. Am dringlichsten ist jedoch, ein unmittelbares Verhältnis zum eigenen Unbewussten herzustellen; dies führt dann zur Selbstakzeptanz bzw. zu einem wirklichen inneren Gleichgewicht - als Voraussetzung und solidem Ausgangspunkt alles weltlichen Tuns.

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