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Der Aszendent

zeigt das spezifische Anliegen, mit dem ein Mensch in diese Welt tritt - was er verwirklichen, umsetzen, sichtbar machen will. Das im Osten aufsteigende Zeichen kennzeichnet das Selbstverständnis einer Person, wie sie sich wahrnimmt bzw. wie sie sein möchte (wobei auf andere Menschen bisweilen überhaupt nicht so gewirkt wird). Hier ruhen ganz bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten verborgen, die es mit zunehmendem Alter immer mehr zu aktivieren, zu entwickeln bzw. auszugestalten gilt.

 

Der Aszendent im Wassermann

Bei der Selbstbehauptung, speziell in der Handhabung von Aggressionen, herrscht Unsicherheit und Nervosität. Als Ursache in der Kindheit ist in der Regel von einer Vaterstörung auszugehen.
Deswegen fallen auch Kontinuität und Beständigkeit schwer, wird Monotonie generell schlecht vertragen. Unruhig bzw. ungeduldig, besteht außerdem Ablenk- und Reizbarkeit, wird sich schnell über etwas aufgeregt - aber auch viel gelacht. Herausragend ist die geistige Flexibilität, die Fähigkeit sich in einer Situation jeweils unmittelbar umstellen zu können. Oft intelligent, steht zudem eine tolle Intuition zur Verfügung: es kommen einem allerlei Einfälle, ständig frische Ideen... Insbesondere jene humanistischen Ziele und Werte - welche als "Kosmopolit" von einem hochgehalten werden - gelte es irgendwie in den Alltag einzubringen!
Als "guter Kumpel", rangiert der soziale Umgang, gerade das gesellige Beisammensein in einer Clique, an oberster Stelle. Bei dem für einen typischen Neuerungsdrang müssen andere allerdings stets mit Überraschungen rechnen, sind plötzliche Kursänderungen bzw. Umschwünge jederzeit möglich (wäre z.B. öfter mal ein Tapetenwechsel fällig). Die persönliche Eigenart bzw. Individualität erscheint meist unkonventionell - im Positiven zwar als spontan und originell, im negativen Sinne jedoch auch merkwürdig (wenn nicht gar schrullig-kauzig). In der Tat wird von einem erstrebt, möglichst wenig angepasst zu sein, weitgehend unabhängig zu bleiben, sich nicht festlegen/ in keine Form oder Schablone pressen zu lassen, sich einen Freiraum vor (elterlicher oder partnerschaftlicher) Einmischung und Bevormundung zu bewahren - gerade auch am Arbeitsplatz.
Jegliche feste Bindung, stabile Verhältnisse überhaupt können sich auf diese Weise unheimlich kompliziert gestalten: so mögen traute Bande wie Ketten wirken, dass man sich in ihnen - äußerlich wie innerlich - wie auf dem Sprung befindet. Vor Gefühlsverstrickungen herrscht eine gewaltige, irrationale (Sicherheits- und Verlust-) Angst; potentielle Intimverwicklungen werden oft schon vorsorglich geflohen. - Sich souverän, rational und skeptisch zu geben, spröde über den Dingen zu stehen, "pikiert" nicht tangiert werden zu wollen von irgendwelchem Schlamassel, kann einen jedoch vom eigenen Wesen ganz schön entfernen. Denn hinter der neutralen, coolen Fassade pocht zitternd ein verletzliches und bedürftiges Herz, vibrieren gläserne, zerbrechliche Empfindungen. Und leidenschaftlich bzw. kreativ soll ja nicht nur der (potentielle) Partner sein...
Ob eine Selbstdistanz nun reif ist oder überspannt, wird auch an der Art des geäußerten Humors ersichtlich: handelt es sich um treffenden Witz und Schlagfertigkeit oder um bloße Ironie, um leeren Hohn, Spott bzw. Sarkasmus? Kommt das herausplatzende Lachen von innen, ist es glucksend, herzlich - oder aufgesetzt, deplatziert, schräg? (Psychologisch interessant wären auch Inhalt und Richtung der jeweiligen Assoziationen oder Gedankensprünge.)
Konzentrationsproblemen kann begegnet werden durch Abwechslung, durch Unterbrechungen, ein Einlegen von Pausen, indem man eventuell mehrere Dinge gleichzeitig oder parallel tut. Am besten wären jedoch lockere (Freizeit-?)Unternehmungen mit Freunden: denn eine Gruppe Gleichgesinnter wirkt eben gerade nicht vereinnahmend, bleibt ohne erdrückende Verbindlichkeit, ohne allzuviel einengende Nähe. Dort erfährt die persönliche Würde Achtung und Respekt, der nötige Abstand bleibt gewahrt, die eigene Reserviertheit wird toleriert, Freundlichkeit verpflichtet einen nicht - d.h. die wechselseitigen Sympathien können (in aller Höhe und Tiefe) frei fließen. Die Pflege von Freundschaften hilft sowohl herauszukommen aus einer eventuellen Isolation (welche "arrogant" verkleidet sein mag) - wie auch sich (geschützt) auf das Abenteuer und Risiko aufwühlender Emotionen einzulassen...

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