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Der Aszendent

zeigt das spezifische Anliegen, mit dem ein Mensch in diese Welt tritt - was er verwirklichen, umsetzen, sichtbar machen will. Das im Osten aufsteigende Zeichen kennzeichnet das Selbstverständnis einer Person, wie sie sich wahrnimmt bzw. wie sie sein möchte (wobei auf andere Menschen bisweilen überhaupt nicht so gewirkt wird). Hier ruhen ganz bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten verborgen, die es mit zunehmendem Alter immer mehr zu aktivieren, zu entwickeln bzw. auszugestalten gilt.

 

Der Aszendent im Schützen

Sinn- und zielbezogen, wird im Leben eine Perspektive benötigt, sich nach einer solchen gesehnt; es geht um Werte, für die einzusetzen sich lohnt. Wichtig ist, von etwas wirklich überzeugt zu sein - und sei es nur, um das "Warum" und "Wofür" der eigenen Existenz zu ringen... Verstehen und Erkennen, Bescheid zu wissen über Gott und die Wunder der Welt, Zusammenhänge zu begreifen/ sich erklären zu können ist das persönliche Anliegen - wozu tatsächlich eine gute Auffassungsgabe zur Verfügung steht. Weltoffen, herrscht ein Interesse an allen möglichen Dingen, bevorzugt aber an "Fernem", an anderen Kulturen, an Reisen - zur Horizonterweiterung, Bildung - sowie an "Höherem", an Fragen der Philosophie und Religion bzw. an der Psychologie.
Aufgrund von Eigenschaften wie Toleranz, Verständnis, Großzügigkeit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft wird die eigene Person allgemein gern gesehen. Von der für einen typischen Begeisterung, der guten Laune bzw. dem Optimismus können andere regelrecht angesteckt werden, kann ihnen auch etwas beigebracht, können Visionen vermittelt werden. (Bisweilen wird solches von einem geradezu als Aufgabe betrachtet; es sollten jedoch bei alledem stets der wirkliche Stand und die Bedürfnislage der Leute berücksichtigt werden, sowie dass niemand die Wahrheit "gepachtet" hat...)
Mannigfache Beziehungen werden erstrebt, vielerlei Kontakte geknüpft; es bestehen "Connections" in etliche Richtungen - und doch herrscht da oft diese innere Einsamkeit. Wie gerne würde man sich einem größeren Ganzen zugehörig sehen, sich in einer geistigen Gemeinschaft aufgehoben wissen!
Vorhanden ist ein beträchtliches Energiepotential, viel Dynamik - vor allem wenn durch Ideale beflügelt. Doch wohin mit der Power? Dafür geeignete Kanäle zu finden wäre entscheidend. Oft ist aber auch anzuraten, den zueigenen Eifer und Schwung ein Stück weit zu bremsen, sich bewusst zu kontrollieren, sich zu disziplinieren - um nicht übers Ziel hinauszuschießen. (Leider gehören Pragmatismus, Realismus und Vorsicht nicht zu den persönlichen Tugenden.) Zudem hapert es häufig an der adäquaten Umsetzung der "großen" Ideen und es kommt - trotz eigtl. ausgezeichneter Menschenkenntnis - zu viel Gutgläubigkeit und Kritiklosigkeit.
Wenn es in so manchen Phasen - statt "Feuer und Flamme" zu sein - zur emotionalen Hemmung, zu einer künstlich-gezwungenen Zurückhaltung des persönlichen Engagements kommt, liegt das praktisch immer auch an einer Selbstwertproblematik, am mangelnden Glauben bzw. an einem verlorengegangenen Vertrauen zu sich selbst: nämlich zu empfinden, "nicht gut genug zu sein", sich schuldig, hässlich o.ä. zu fühlen. (Wer immer nur "siegen", am "besten und größten" sein will, ist bei einem "Versagen" entsprechend niedergeschlagen, zweifelt an sich und seinem Gott.) Solches mag dann auch zum Anlass genommen werden, übermäßig dem Alkohol zuzusprechen...
Schon die Eltern setzten als Hoffnungsträger viel in einen. Doch wäre es verkehrt, seinen Wert lediglich nach äußeren Erfolgen zu bemessen, d.h. das eigene Wohlergehen nur von fremder Bestätigung abhängig zu machen. Stattdessen wäre angesagt, seine inneren Motive beim Tun tatsächlich zu verstehen - d.h. sich nicht nur im positiven Glanz, sondern aufrichtig/ mit allen Schwierigkeiten und Fehlern wahrzuhaben; sich andererseits aber auch nicht völlig niederzumachen, vielmehr eine möglichst korrekte Einschätzung der eigenen Person zu treffen! Wahre Selbsterkenntnis schützt einerseits vor arroganter Überheblichkeit (speziell gegenüber "niedrigen" Motiven und Regungen anderer), aber auch vor unangemessener Selbstverurteilung und -zerknirschung. Es ginge einfach darum, eine gewisse persönliche Ganzheit - oder vielmehr Vollständigkeit - zu erringen, d.h. Unliebsam-Unterdrücktes in das Selbstbild zu integrieren, auch vermeintlich "Dunkles" wohlwollend bei sich anzunehmen.
Speziell in Krisenzeiten wäre eine physische Betätigung, beispielsweise Sport, empfehlenswert als Aufbaumethode, als "erdender" Genesungsweg bzw. als eine Möglichkeit zur Gesundung von Körper, Seele und Geist. Und nicht zu vergessen den Kontakt zu den Mitmenschen, die Kommunikation, mit jemand wirklich zu reden...

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