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Der Aszendent

zeigt das spezifische Anliegen, mit dem ein Mensch in diese Welt tritt - was er verwirklichen, umsetzen, sichtbar machen will. Das im Osten aufsteigende Zeichen kennzeichnet das Selbstverständnis einer Person, wie sie sich wahrnimmt bzw. wie sie sein möchte (wobei auf andere Menschen bisweilen überhaupt nicht so gewirkt wird). Hier ruhen ganz bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten verborgen, die es mit zunehmendem Alter immer mehr zu aktivieren, zu entwickeln bzw. auszugestalten gilt.

 

Der Aszendent in der Jungfrau

Im Bestreben, die geeignetsten Entwicklungsbedingungen für sich und/ oder andere zu schaffen (Stichworte: Helfen und Heilung), werden generell vielfältige Eventualitäten untersucht und geprüft. In der damit zusammenhängenden Anpassungs- und Kompromissbereitschaft liegt allerdings auch eine erhebliche Gefahr: nämlich seine inhaltlichen Positionen aufzugeben, sich nicht richtig abzugrenzen, sich insbesondere ("selbstlos") zu sehr nach äußeren, fremden Umständen und Gegebenheiten zu richten - was sich rächen muss bzw. letztlich keinem dient.
Versteckt hinter bestimmten eigentümlichen, anderen meist unverständlichen Gefühlsreaktionen und -mechanismen sitzt nicht selten eine diffuse, nervös-verschwommene Angst zu kurz zu kommen, irgendwie nicht berücksichtigt zu werden "bei der Verteilung des Kuchens", mit den eigenen Belangen unterzugehen. Emotional herrscht deswegen auch gegenüber allem Unbekannten erst mal eine gehörige Portion Zurückhaltung, Misstrauen und Skepsis.
Ein scharfer Beobachter, kommen einem auch allerlei Einwände und Bedenken bezüglich möglicher Hinderungsgründe in der Realisierung von Ideen und Impulsen. Bis dann jeweils alle fraglichen Punkte bzw. Unwägbarkeiten abgehakt sind, bis zu Ende überlegt und geplant ist, kann mitunter der Zug schon abgefahren sein... In manchen Momenten wäre es passender, sich einfach einzulassen, in einem laufenden Prozess zu "fließen" bzw. schlicht "ins Wasser zu springen"! Die grundsätzliche Über-Bewusstheit bzw. Über-Kontrolliertheit ("Kopfbetonung") bringt Probleme speziell in jenen Lebensbereichen und -situationen, welche der Hingabe bedürfen.
Der vorhandene (praktische) Sachverstand, die zueigene große Sorgfalt und Verlässlichkeit werden allgemein sehr geschätzt. Heikel werden diese Tugenden, wenn man sich zu sehr in Einzelheiten verliert, wenn einem der doch so wichtige Überblick abhanden kommt. Ähnlich sind die ausgeprägte Selbstbeobachtung und Selbstkritik recht vorteilhaft - die aber auch übertrieben werden können: sich zu analysieren/ innerlich auseinanderzunehmen kann nämlich in Destruktion münden, in einem quälenden - und genaugenommen überhaupt nicht zutreffenden - Minderwertigkeitsgefühl.
Trotz des äußerlich demonstrierten Pragmatismus (des Nützlichkeits- und Zweckmäßigkeitsdenkens) ist man im Herzen doch irrational, eben ein Gefühlsmensch - u.a. ganz schön empfindsam und verletzlich. So lauert hinter der Schale von Vernünftigkeit und "Coolsein" bzw. einer versuchten Überlegenheit (die Dinge steuern zu wollen) eine ungeheure Bedrohung: von seinen Emotionen hinweggeschwemmt zu werden... Es mag entsprechend enorme Mühe kosten, in kritischen Situationen den Kopf über Wasser zu halten!
Beziehungen, Partnerschaften sind gern vage. Teilweise werden lange alle Möglichkeiten offen gehalten, mitunter im vorgerückten Alter insgeheim noch auf einen Traumpartner gewartet. Der real vorhandene Partner bereitet dagegen eher Sorge. Er ist einem häufig zu chaotisch-versponnen, irgendwo unkalkulierbar - wird merkwürdigerweise zugleich aber idealisiert/ verklärt (denn ohne verzaubernde Romantik geht es nunmal nicht)...

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