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Der Aszendent

zeigt das spezifische Anliegen, mit dem ein Mensch in diese Welt tritt - was er verwirklichen, umsetzen, sichtbar machen will. Das im Osten aufsteigende Zeichen kennzeichnet das Selbstverständnis einer Person, wie sie sich wahrnimmt bzw. wie sie sein möchte (wobei auf andere Menschen bisweilen überhaupt nicht so gewirkt wird). Hier ruhen ganz bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten verborgen, die es mit zunehmendem Alter immer mehr zu aktivieren, zu entwickeln bzw. auszugestalten gilt.

 

Der Aszendent im Löwen

Meist eine beeindruckende Persönlichkeit, wird auf andere recht selbstbewusst und selbstsicher gewirkt - auch wenn dem innerlich oft gar nicht so ist. Lebhaft im erzählenden Darstellen, sind für das äußere Auftreten gewisse demonstrative und eindrucksvolle Momente typisch. Hinter diesem Bestreben stark zu sein bzw. sich oder anderen etwas beweisen zu wollen, findet sich allerdings meist eine beträchtliche Schwäche und Verletzlichkeit.
Das Äußere, Äußerlichkeiten überhaupt werden mitunter zu wichtig genommen - dies auch, weil man auf das Geschätztwerden, auf Anerkennung und Lob von anderen so angewiesen ist. Wegen ihrer Betonung der männlich-dominanten, aktiven Seite der Persönlichkeit haben Frauen in der Regel Probleme mit der Weiblichkeit, d.h. diese als Teil ihrer Natur und Identität tatsächlich anzunehmen - und: sie denken irgendwie zu viel...
Grundsätzlich wäre für einen angesagt, sich hier und jetzt auszuleben, etwas zu erleben, seinen spontanen Impulsen Luft und Raum zu geben - wenn da nicht diese verflixten Hemmungen wären! Die grundsätzliche kreative Veranlagung (z.B. künstlerisch oder musikalisch) geht leider auch mit einer Lustbetonung einher - d.h. mit einer gewissen Bequemlichkeit. Falls für jemanden oder etwas "entflammt", wäre andererseits die Gefahr einer Verausgabung (eines "Ausbrennens") zu bannen; wenn einen die Begeisterung davonträgt, wird zwangsläufig die eigene Begrenztheit bzw. Endlichkeit erfahren, dann heißt es letztlich von sich aus/ aus freien Stücken Zurückhaltung und Disziplin zu üben.
Ein lockerer, ungezwungener Betätigungsrahmen ist von äußerster Wichtigkeit (d.h. im Grunde sein eigener Chef zu sein) - mögliche Einschränkungen, Bevormundungen oder Reglementierungen durch die Umgebung werden schon im Vorfeld abgewehrt. Gerade die persönlichen Eigenarten wollen von anderen akzeptiert werden; sozial wird eh am liebsten eine Sonderrolle gespielt. Die solcherart bewahrte Unkonventionalität hat einen Riesenvorteil: trotz der ureigenen, ganz individuellen Ansichten bleibt dem Denken eine gewisse Aufgeschlossenheit und Flexibilität erhalten, d.h. es erfolgt praktisch nie eine Festlegung bzw. Versteifung auf einen einzigen - unverrückbaren - Punkt!
Auch jedwede Form von Partnerschaft sollte möglichst ohne sichtbare Abhängigkeiten bleiben. Zu bevorzugen wären eher ungebundene, "freie" Lebens- (und Arbeits-) Verhältnisse. Hinter betont "emanzipierten" Beziehungen steckt allerdings gern auch die irrationale Angst vor zu viel Nähe bzw. vor emotionaler Vereinnahmung...
Für andere riecht man nach Egozentrik; Selbst-Distanz und -Infragestellung fallen in der Tat schwer. Aber niemand kann solch "instinktiver", quasi natürlich-naiver Selbstbezogenheit dauerhaft böse sein - zumal gleichzeitig echte Herzlichkeit, Lebensoptimismus und Großzügigkeit ausgestrahlt werden.
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