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Der Aszendent

zeigt das spezifische Anliegen, mit dem ein Mensch in diese Welt tritt - was er verwirklichen, umsetzen, sichtbar machen will. Das im Osten aufsteigende Zeichen kennzeichnet das Selbstverständnis einer Person, wie sie sich wahrnimmt bzw. wie sie sein möchte (wobei auf andere Menschen bisweilen überhaupt nicht so gewirkt wird). Hier ruhen ganz bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten verborgen, die es mit zunehmendem Alter immer mehr zu aktivieren, zu entwickeln bzw. auszugestalten gilt.

 

Der Aszendent im Krebs

Persönliches Thema ist das Innerliche, Seelische, Gemüthafte. Allgemein gesprochen, wollen die eigenen Empfindungen in der Welt wiedergefunden werden. Es geht einem darum, gefühlsmäßig anzukommen, von anderen in seinem So-Sein akzeptiert zu werden. Gesucht wird Geborgenheit, eine gewissermaßen vertraute ("heimelige") Atmosphäre. Ausgeprägt ist die Neigung, andere (mütterlich) zu umhegen bzw. sich selbst (kindlich) umsorgen zu lassen. Leider birgt die damit verbundene persönliche Aufnahmefähigkeit und Sensibilität eine erhöhte Gefahr von Beeinflussung und Verletzung in sich - wovor sich in einer Gegenbewegung oft zu schützen/ eine Abwehr, Abschottung versucht wird. (In der Tat ist es recht schwer, fast unmöglich bei so viel Weichheit, zu existieren/ überleben in dieser doch harten und kalten Welt!)
Psychosomatisch veranlagt, schlagen ungenügend verdaute seelische Eindrücke mitunter direkt auf den Körper durch. (In der Regel ist besonders der Umgang mit Aggressionen - mit eigenen wie fremden - problematisch.) Ein positiver Aspekt der großen Offenheit sind die reichhaltigen Phantasien, die mannigfachen und fruchtbaren Inspirationen, die vorhandenen schöpferischen Potenzen (speziell auf den Gebieten der Malerei und Musik) - welche im Grunde danach rufen umgesetzt zu werden.
In erstaunlicher Diskrepanz zur Unübersichtlichkeit und Unordnung im persönlichen Bereich steht die geistige Klarheit. Im Ideellen herrschen deutliche Ansprüche - an sich wie andere. So wird (theoretisch) angestrebt sich zu erziehen und disziplinieren, versucht streng zu sein (nicht nur mit sich)... Doch fällt konsequentes Handeln nicht in den Schoß! Gekämpft werden muss insbesondere mit der schwankenden Energie, mit Launen, mit (Auf- und Ab-)Stimmungen, mit Lust und Unlust. Und unmerklich kann "eine Laus über die Leber laufen", kommt Bekümmernis auf, bemitleidet man sich selbst oder will gar bedauert werden...
Das typische Naiv-Kindhafte geht einem auch als Erwachsener nicht verloren. Konfrontiert mit etwas Neuem, ist die anfängliche Reaktion stets eher still, schüchtern und verhalten; es bedarf so einiger Zeit zum Verarbeiten der Eindrücke. Vergleichsweise schwach bzw. unselbständig, wird bei anderen ("Reiferen", "Stärkeren", bevorzugt werden ältere Partner) gerne nach einem Halt, nach Form, Ordnung und Struktur gesucht. Das Anlehnungsbedürfnis und die Anhänglichkeit sind ganz schön groß!
Verlässlichkeit und klare Regeln sind gerade in Beziehungen enorm wichtig. Da bestrebt, in seinen Eigenheiten Toleranz und Respekt zu erfahren, wird man sich jedoch nie - zumindest nicht auf Dauer - in eine Schablone pressen lassen, wird sich instinktiv gegen eine übermäßige Anpassung sprich Überfremdung gesträubt, der (oft erheblichen) Angst vor Ablehnung, Zurückweisung/ einem möglichen Verlassenwerden zum Trotz. Merke: Eigenständigkeit und Unabhängigkeit sollten gerade in einer Partnerschaft nicht aufgegeben werden! Es gilt, seine unverkennbare Individualität zu entwickeln. Dazu ist leider normalerweise eine bewusste Trennung oder Ablösung, eine dezidierte Abgrenzung von Nahestehenden erforderlich (was längerfiristig jedoch allemal besser ist als eine die persönlichen Unterschiede scheinharmonisch zudeckende Symbiose). Letztlich bedeutet zu sich und seiner Identität zu finden aber vor allem, seine Fehler und Schwächen anzunehmen, zur eigenen Natur, Menschlich- und Bedürftigkeit zu stehen - sowie diese Seiten zu zeigen, sie auch zum Ausdruck zu bringen.

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