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Der Aszendent

zeigt das spezifische Anliegen, mit dem ein Mensch in diese Welt tritt - was er verwirklichen, umsetzen, sichtbar machen will. Das im Osten aufsteigende Zeichen kennzeichnet das Selbstverständnis einer Person, wie sie sich wahrnimmt bzw. wie sie sein möchte (wobei auf andere Menschen bisweilen überhaupt nicht so gewirkt wird). Hier ruhen ganz bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten verborgen, die es mit zunehmendem Alter immer mehr zu aktivieren, zu entwickeln bzw. auszugestalten gilt.

 

Der Aszendent in den Zwillingen

Wessen Intellekt so betont ist, der will generell Bescheid wissen, sich orientieren in der Welt, sich in dieser verbal durchsetzen bzw. gedanklich-argumentativ behaupten. Es bestehen vielerlei Interessen, vor allem aber eine prinzipielle Neugier an der Umgebung; sowie ein großes Bedürfnis sich mitzuteilen - d.h. vorhanden sind Kontaktfreude und Gesprächigkeit (praktisch kann mit jedem kommuniziert werden). Als kurzweiliger Erzähler ist man zudem in der Lage, Sachverhalte treffend zu schildern bzw. anschaulich zu vermitteln (nicht ohne sich selbst dabei ins richtige Licht zu stellen).
Problematisch ist allerdings, dass bei einer - zwangsläufig im Alltag stattfindenden - Unterbrechung der "Versorgung mit neuen Infos" die enorme Flexibilität, die jugendlich anmutende Aufgeschlossenheit umkippen kann in nervöse Hast, Unruhe und Hektik. D.h. Schattenseiten der guten Reaktionsfähigkeit und Auffassungsgabe sind Zerstreutheit, Ablenkbarkeit und Konzentrationsstörungen. Bedenklich wäre insbesondere, wenn der "Kopf" in jeder Lage die persönlichen Unsicherheiten und Ängste unbesehen nur überdeckt bzw. abwehrt...
Mit Meinungen und Sprüchen mag der Verstand allzu leicht versuchen, ein jeweils auftretendes emotionales Betroffensein zu relativieren oder abzuwiegeln; mit Gemeinplätzen oder unverbindlichen Floskeln mag das kritische Bewusstsein aktuell oberflächlich beruhigt werden. Überhaupt drehen sich die Gedanken gern wie ein Mühlrad im Kreis... Schnell wird sich leider auch etwas vorgemacht, werden sich neben Befürchtungen z.B. negative, missliebige Seiten einer Person oder Sache ausgeredet. Doch: Bloße Benennungen, Worte und Begriffe können innere Realitäten nur vordergründig (weg-)erklären; Etiketten können Gefühle und Empfindungen nie in ihrem wahren Kern erfassen!
Die Welt will zwar grundsätzlich nüchtern und objektiv studiert, distanziert und kritisch durchleuchtet werden - und bietet dafür ein weites, lohnendes Feld. Doch nur wenn dabei auch die seelischen Dimensionen mit berücksichtigt werden, wird das Überlegen und Handeln aus der richtigen Quelle gespeist; nur dann haben die stattfindenden Reflektionen tatsächlich "Hand und Fuß" bzw. eine gesunde Richtung oder Motivation - und können zu bisweilen erstaunlichen und wertvollen Entdeckungen und Resultaten führen.
Denken und Fühlen gilt es also möglichst miteinander zu verbinden - aber auch voneinander unterscheiden zu lernen (sie nicht blind-naiv zu vermengen). Oberstes Ziel des ganzen Procedere wäre eine vorurteilsfreie Selbsterkenntnis - im Verbund mit innerer Stärke, Selbstliebe bzw. -akzeptanz (d.h. auch Angstauslösendes, Dunkel-Schattenhaftes bei sich zuzulassen und auszuhalten). Und solche exemplarische Kenntnis der eigenen Person wäre zugleich die beste Grundlage jeglichen Fachwissens...
Idealismus, Optimismus, Offenheit und Weite - statt der für einen typischen Skepsis und dem zögerlichen Zweifel - werden gerade bei einem potentiellen Partner gesucht. Das eigene Leben sollte jedoch unabhängig von anderen Menschen Richtung und Sinn haben!

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