zurück zu den Vorbemerkungen

 

 

Der Aszendent

zeigt das spezifische Anliegen, mit dem ein Mensch in diese Welt tritt - was er verwirklichen, umsetzen, sichtbar machen will. Das im Osten aufsteigende Zeichen kennzeichnet das Selbstverständnis einer Person, wie sie sich wahrnimmt bzw. wie sie sein möchte (wobei auf andere Menschen bisweilen überhaupt nicht so gewirkt wird). Hier ruhen ganz bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten verborgen, die es mit zunehmendem Alter immer mehr zu aktivieren, zu entwickeln bzw. auszugestalten gilt.

 

Der Aszendent im Stier

Im Drang nach Verwurzelung zählen Werte wie Sicherheit, Stabilität und Verlässlichkeit - auch wenn die eigene Person nach außen ganz anders, etwa "flippig" aussehen mag. Die Gemütlichkeit bringt ein gewisses Zögern, eine geringe Entschlussfreude, eine mangelnde Sponteität, u.U. langsam in Gang kommend ("gut Ding will Weile haben") - bzw. das Ganze kann gar nach Bequemlichkeit oder Passivität riechen...
In der Tat besteht eine ziemliche Lustbetonung, die Dinge konkret, leibhaftig, greifbar spüren, "schmecken" bzw. genießen zu wollen. Benötigt wird vor allem aber viel Zeit zum Verarbeiten und Reagieren! Es herrscht ein großes Anlehnungsbedürfnis, ein starker Wunsch nach Zärtlichkeit, eine ausgeprägte Sinnlichkeit. Gerade beim (potentiellen) Partner wird Totalität, Intensität und Leidenschaft gesucht, was darauf hinauslaufen mag, sich einem solchen mit Haut und Haaren zu verschreiben. Anderen ein guter Kumpel, kann einem die Anhänglichkeit aber auch zum Verhängnis werden: denn hat man sich einmal (für jemanden oder etwas) entschieden, fällt es schwer, von den dabei aufgebauten Vorstellungsbildern wieder loszukommen bzw. hält einen die Abhängigkeit, ein Verpflichtungsgefühl oder einfach die liebe Gewohnheit fest.
Bindungen werden immer dort zum Problem, wo noch am Parter bzw. an dessen mehr oder weniger fixiertem Bild festgehalten wird, obwohl eigtl. keine wirkliche, innere (Seelen-)Gemeinschaft mehr vorhanden ist; wenn generell die persönliche Sicherheit nur mit Unterstützung anderer, nicht aber durch/ in einem selbst gewährleistet ist. (Wer bloß ängstlich klammert, wird im Lebensverlauf vom Schicksal zum Loslassen bewegt - und dies bisweilen recht unsanft!) Die große Verlustangst macht einen natürlich zurückhaltend, misstrauisch und skeptisch gegenüber Unbekanntem. Als bedrohlich empfunden wird - grundsätzlich bzw. irrational - jegliche Art von Situationsveränderung. Das impulsive "Drauflos" in einem wird in der Regel gebremst oder unterdrückt - vielleicht weil in der Vergangenheit allzuviel Naivität bestraft, die instinktive Gutgläubigkeit enttäuscht oder verletzt wurde. So dominiert die Scheu, sich auf Neues wirklich einzulassen - d.h. in einer eher abwartenden Haltung zu verharren...
Als Grundlage einer realistischen, gesunden und doch praktikablen Offenheit für die Umwelt wäre es gut, seinen Wert mehr durch sich selbst zu definieren und weniger über das Außen. Vor allem aber gilt es in den persönlichen Bindungen darauf zu achten, bei aller Nähe und Intimität doch seinen Eigenbereich zu wahren bzw. respektiert zu wissen.

zu den Mittelalter-Texten

 

zu den mittelalterlichen Deutungstexten