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Der Aszendent

zeigt das spezifische Anliegen, mit dem ein Mensch in diese Welt tritt - was er verwirklichen, umsetzen, sichtbar machen will. Das im Osten aufsteigende Zeichen kennzeichnet das Selbstverständnis einer Person, wie sie sich wahrnimmt bzw. wie sie sein möchte (wobei auf andere Menschen bisweilen überhaupt nicht so gewirkt wird). Hier ruhen ganz bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten verborgen, die es mit zunehmendem Alter immer mehr zu aktivieren, zu entwickeln bzw. auszugestalten gilt.

 

Der Aszendent im Widder

In der Kindheit war es erforderlich, sich gegen die Einflüsse von Eltern und/ oder Geschwistern zu wehren, sich quasi seinen Platz in der Welt zu erobern. Auch als Erwachsener geht es um die Behauptung/ Durchsetzung seiner selbst bzw. eines persönlichen Anliegens. Zur Verfügung stehen ein entsprechend starker Wille, Entscheidungsfreude und eine schier unerschöpfliche Tatkraft. Bisweilen sind die von einem angeleierten Initiativen allerdings nicht so gut durchdacht; im "blinden" Aktivismus will sofort etwas angepackt werden, und bei der Umsetzung von Vorhaben kann leicht die Luft ausgehen; deshalb gilt: erst überlegen bzw. abwägen, dann agieren! Überhaupt: fremde Perspektiven zu berücksichtigen muss oft schmerzlich gelernt werden (aber nur so lässt sich die gewünschte Harmonie - statt Streit - erreichen)...
Auf Anregungen wird unmittelbar und direkt angesprochen (mit einer unwillkürlichen, jugendhaft-impulsiven Frische), an Neues wird unvoreingenommen, sozusagen naiv herangegangen, unbekümmert "zu Werke" geschritten. Wenn dann etwas nicht so klappt, wie es soll, erfolgt leicht Aufregung, wird sich geärgert über "die Steine im Weg" - am meisten jedoch über einen selbst, über eigene Versäumnisse, Fehler und Schwächen.
Dabei erfüllen die äußeren Widerstände, die unvorhergesehenen Reaktionen der Umwelt, etc., eine durchaus wichtige und sinnvolle Funktion: sie vermögen einem nämlich die fehlende Richtung zu geben, und sie bringen ab von allzuviel Einseitigkeit oder Selbstbezogenheit. Jene Hürden wollen im Grunde hinführen zu mehr Ausgewogenheit bzw. Einfühlung und Sensibilität (gerade sich selbst gegenüber)...
Männer sehen sich insgeheim gern als eine Art Held/ Vorstreiter für eine gute und gerechte Sache; in der Realisierung ihrer Ideen sind sie aber oft merkwürdig gebremst, irgendwie gehemmt. Frauen ist meist eine erstaunlich aktive, forsche und dynamische Note zu eigen - was in der Regel jedoch Konflikte bringt mit der von ihnen erwarteten sozialen Rolle.
Generell will in Geschehnissen möglichst ein aktiver Part gespielt werden, will man nicht zur passiven Zuschauerrolle verurteilt sein. Wenn die Dinge nicht selbst gesteuert werden können, nicht im Griff/ unter Kontrolle sind, kann schnell Unruhe, Unsicherheit oder Angst aufkommen!
Bei der großen Reagibilität auf Reize droht nicht zuletzt die Gefahr, allzuleicht angestachelt ("provoziert") zu werden. Positiv gesehen besteht eben ein grundsätzliches Angewiesensein auf ein Gegenüber: um mehr über sich selbst, über die eigenen Grenzen - und die richtige Orientierung zu erfahren...

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